DAS SAGT ÖSTERREICH

Ein verpatzter Start für den neuen Kanzler

Isabelle Daniel
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Ein Kommentar von Polit-Insiderin Isabelle Daniel.
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Fehler. Viele Hoffnungen wurden in den neuen Bundeskanzler Alexander Schallenberg gesetzt. Sein Start war leider enttäuschend. Zwar hat er inhaltlich durchaus die richtigen Worte – „arbeiten, nicht streiten“ – getroffen. Als Bundeskanzler kann er aber weder der Justiz noch der Bevölkerung ausrichten, dass die Vorwürfe gegen Sebastian Kurz falsch seien. Loyalität ist ein feiner und wichtiger Charakterzug. Zwischen Loyalität – also jemanden in der Stunde der Not nicht fallen zu lassen – und ­einem Stockholm-Syndrom liegen Welten.

Schallenberg muss jetzt rasch zeigen, ob er eigenständig und mit dem nötigen Respekt für die unabhängige Justiz regieren möchte – oder nicht. Er kann als Regierungschef nicht den Kampf von ­Sebastian Kurz für Kurz führen. Dafür gibt es Klubob­leute oder Generalsekretäre. Als Diplomat sollte Schallenberg das wissen. Und jeder, der Schallenberg kennt, weiß auch, dass er das weiß.

Er sollte mehr auf den Diplomaten in sich hören

Reflexion. Bei aller verständlichen Wut der Türkisen, mitunter steckt hinter Wut auch das Verdrängen eigener Fehler, so wird das Weiterregieren schwer. Nachdem er die Hausdurchsuchungsanordnung, die eine ­Oppositionschefin ihm überreichte, keck auf den Boden legte, twitterte er zumindest: „Es tut mir leid.“ Das war ein erster Schritt. Die kommenden Tage sollte Schallenberg wieder mehr auf den Diplomaten in sich hören.

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