Natascha Kampusch

Enthüllungen zu Priklopil

Natascha – Wird der Fall neu aufgerollt?

Der Stapo-U-Ausschuss will im April Bericht vorlegen.

Die "20 Minuten"- Story über die Zweifel am Selbstmord von Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil hat enorme Wellen geschlagen: Wie berichtet, legen neue Dokumente den Verdacht nahe, dass Priklopil nicht Selbstmord begangen hat, sondern Opfer eines Mordes wurde.

Ernst H., Priklopils bester Freund, mit dem der Entführer auch die letzten Stunden vor seinem Tod verbrachte, soll damit zu tun haben – das behauptet zumindest Karl Kröll, Bruder des toten Chefermittlers Franz Kröll. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Brisante Obduktionsfotos. Besondere Brisanz haben Obduktionsfotos der Leiche von Priklopil, die Kopf und Körper getrennt voneinander, aber nicht massiv beschädigt zeigen.

Johann Rzeszut, Ex-Präsident des Obersten Gerichtshofes, sagt zu ÖSTERREICH: „Falls das stimmt, dann ist eine Tötung durch Räderung von Priklopil eigentlich ausgeschlossen.“

‚Erstaunliche Erkenntnisse‘. Die neuen Enthüllungen rund um Priklopil sind längst Thema im Stapo-U-Ausschuss im Parlament.

Seit Anfang Dezember tagt der geheime Ausschuss intensiv – in einem abhörsicheren, fensterlosen Raum im Keller des Parlaments. Es herrscht strengste Verschwiegenheitspflicht. Ein Mitglied des U-Ausschusses sagt aber zu ÖSTERREICH: „Die Verdachtsmomente rund um Wolfgang Priklopil sind für den Ausschuss nicht neu. Wir haben bisher Erstaunliches herausgefunden. Im Lichte dessen ist es nicht wahrscheinlich, dass der Akt Kampusch geschlossen wird.“

U-Ausschuss im Parlament? Bis April soll der teils öffentliche Bericht vorliegen. Ein parlamentarischer U-Ausschuss ist jetzt aber wahrscheinlicher denn je.

Rzeszut: "Dann besteht ein massiver Ermittlungsbedarf"

ÖSTERREICH: Was sagen Sie zu den letzten Entwicklungen im Fall Kampusch?
Johann Rzeszut: Es ist menschlich und sachlich verständlich, dass Karl Kröll (Bruder des toten Ermittlers) alles unternimmt, dass die komplette Wahrheit ans Licht kommt. Offenbar ist er in Kenntnis der Obduktionsfotos von Priklopil. Falls es stimmt, dass Kopf und Körper beinahe unverletzt sind, wäre im Zusammenhang mit der technischen Beschaffenheit der Schnellbahnzüge eine Tötung des Priklopil durch Räderung ausgeschlossen.

ÖSTERREICH: Was würde das für den Stapo-U-Ausschuss bedeuten?
Rzeszut: Stimmen diese schweren Verdachtsmomente, dann haben sämtliche verantwortlichen Behörden damit sorgfältig umzugehen. Wird eine Unvereinbarkeit mit der bisher offiziell vertretenen Version festgestellt, ist diese Version zu hinterfragen. Dann besteht ein massiver Ermittlungsbedarf.

ÖSTERREICH: Welche Folgen hätte es, würde der Fall Kampusch nicht geschlossen?
Rzeszut: Kommt es zu einem parlamentarischen U-Ausschuss, dann hätte dies sachdienliche Auswirkungen. Ein U-Ausschuss wäre öffentlich und hätte operative Kontrollbefugnisse wie etwa Zeugenbefragungen.

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