Kanzler Kurz in Moskau

Friedensappell an Putin

ÖSTERREICH begleitet Kanzler Sebastian Kurz auf seiner Reise nach Moskau.

Bei rund minus 25 Grad sollte VP-Kanzler ­Sebastian Kurz am Dienstag am Airport in Moskau landen. Am Mittwoch– drei Wochen vor der russischen Präsidentschaftswahl – steht schließlich ein besonders schillernd-brisanter Termin auf seinem Ka­lender. Der österreichische Regierungschef ist zum Arbeitsessen bei Wladimir Putin eingeladen.

Drei Stunden will sich der russische Präsident für Kurz Zeit nehmen; auch eine gemeinsame Pressekonferenz ist geplant. Neben den diplomatischen Floskeln, wie gut die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Staaten seien – die EU hat bekanntlich Sanktionen gegen den Kreml verhängt –, soll es aber auch zur Sache gehen.

 

Video zum Thema: Putin empfängt Kurz in Moskau

 

Visite mit Deutschland und EU abgestimmt

Kurz möchte seine Visite, die er mit dem EU-Ratsprä­sidenten Donald Tusk und Deutschland abgestimmt hat, auch für einen Friedensappell nützen. Der Kanzler will den russischen Präsidenten – Russland blockiert seit 2011 als ständiges UN-Sicherheitsratsmitglied sämtliche Re­solutionen gegen Syriens Regime – drängen, die jüngste geplante UNO-Resolution doch zu unterstützen.

Im syrischen Ost-Ghuta sind Zigtausende Kinder in den Kämpfen zwischen Syriens Regime – von Russland unterstützt – und Rebellen gefangen. Zuletzt soll es gar zu einem Giftgasanschlag gekommen sein. Die UNO versucht, einen Waffenstillstand zu erreichen. Eine Feuerpause wurde am Dienstag wieder beendet. „Das Leid vieler Menschen ist unerträglich. Russland hat hier eine Verantwortung“, sagte Kurz im oe24.TV-Interview vor dem Abflug.

Kurz will Friedensgespräche wieder nach Wien holen

Kurz will Putin überzeugen, sich dem UNO-Vorgehen anzuschließen, und auch erneut Friedensgespräche nach Wien holen. Zudem möchte Kurz im ukrainisch-russischen Konflikt vermitteln. Ob Putin Kurz wohl entgegenkommt?

I. Daniel, Moskau



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