doerfler

Dörfler-Interview

"Fusion war Haiders letzter Wunsch"

Paukenschlag in Österreichs Innenpolitik: Das Kärntner BZÖ und die FPÖ fusionieren.

ÖSTERREICH: Die Fusion zwischen FPÖ und Kärntner BZÖ kam gestern ziemlich überraschend. Wann ist die Entscheidung auf Seite des BZÖ gefallen?
Gerhard Dörfler: Die Gespräche sind in den letzten Tagen parallel zu den Hypo-Verhandlungen gelaufen. Gestern Vormittag haben die Gremien des BZÖ Kärnten einstimmig für die Fusion gestimmt. Das ging dann alles sehr schnell.
ÖSTERREICH: Es hat den Anschein, als hätten Heinz-Christian Strache und Uwe Scheuch den Deal im Alleingang ausgemacht. Inwiefern waren Sie in die Entscheidung eingebunden?
Dörfler: Ich war als Landeshauptmann von Kärnten natürlich von Anfang an involviert. Und habe das auch ganz klar befürwortet. Denn: Die Fusion war der letzte Wunsch von Jörg Haider, und Jörg Haiders Ziele waren und sind auch immer meine Ziele. Mit dem Zusammenschluss setzen wir den Weg Jörg Haiders jetzt weiter konsequent fort.
ÖSTERREICH: War das Bundes-BZÖ in die Gespräche mit der FPÖ eingebunden?
Dörfler: Ich möchte festhalten, dass das eine Kärntner Entscheidung war, die auch in Kärnten getroffen wurde. Das Bundes-BZÖ war nicht eingeweiht. Sonst hätten wir das bis zum Schluss nicht geheim halten können.
ÖSTERREICH: Noch im Sommer haben Sie sich mit Heinz-Christian Strache heftige Wortgefechte geliefert. Ist jetzt alles vergeben und vergessen?
Dörfler: Das fällt unter die Rubrik „Sommer-Kabarett“. H.-C. Strache ist ein dynamischer Spitzenspieler. Bisher sind wir als Einzelspieler aufgetreten. Jetzt sind wir ein dynamisches Duo. Uwe Scheuch und Strache geben künftig gemeinsam den Ton an.
ÖSTERREICH: Soll diese Fusion nicht auch von den Hypo-Turbulenzen des Kärntner BZÖ ablenken?
Dörfler: Die SPÖ hat sich in den letzten Tagen im Zusammenhang mit der Hypo als Anti-Kärnten-Partei positioniert. Das zeigt umso mehr, dass es wichtig ist, einen Gegenpol zu dieser Ostregierung zu schaffen. Mit Ablenkung hat das sicher nichts zu tun.



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