Mentale Krise

Grüne gegen Wiederkehr: "30 Sozialarbeiter für 400.000 Schüler - das ist blanker Hohn"

Grüne gegen Wiederkehr: "30 Sozialarbeiter für 400.000 Schüler - das ist blanker Hohn"
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Eine Anfrage der Grünen an Bildungsminister Wiederkehr (Neos) deckt Missstände auf. Die psychosoziale Unterstützung für Schüler sei "ein unübersichtlicher
Kompetenzdschungel ohne Plan". Es fehlen Psychologen.
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Die Grünen lassen nach einer aktuellen Anfragebeantwortung durch Bildungsminister Christoph Wiederkehr kein gutes Haar am Neos-Politiker. Er habe weder den Überblick noch eine Strategie für die psychosoziale Unterstützung von Kindern und Jugendlichen.

"Anstatt Verantwortung zu übernehmen, verweist er auf Länder, Gemeinden oder andere Ministerien – das ist ein unübersichtlicher Kompetenzdschungel ohne Plan", klagen die Grünen über Symbolpolitik statt Entlastung.

Erstmals kommen Schulsozialarbeiter: "Viel zu wenig"

An Bundesschulen gibt es derzeit überhaupt keine Schulsozialarbeiter. Ab 2025/26 hat das Bildungsministerium zwar 30 Stellen angekündigt – aber für rund 400.000 Schüler. Dazu sagt Sigi Maurer, Bildungssprecherin der Grünen: „30 Sozialarbeiter:innen für 400.000 Schüler:innen – das ist blanker Hohn. Ein Betreuungsschlüssel von 1 zu 13.000 bringt keine Entlastung, weder für die Kinder und Jugendlichen, noch für die Lehrkräfte.“

Schul-Psychologie: Derzeit eine Planstelle für 6.200 Schüler:innen

Auch in der Schulpsychologie bleibt Österreich weit zurück: Derzeit kommt eine Planstelle auf 6.200 Schüler:innen. Selbst wenn alle versprochenen Stellen besetzt würden, läge der Schlüssel 2026 noch immer bei 1:3.500. Die WHO empfiehlt 1:2.500 – Dänemark zeige mit 1:800, was möglich ist.

"Kein Überblick, kein Monitoring"

Laut Grünen zeige die Anfrage zudem: "Das Ministerium hat keinen Überblick über die psychosozialen Ressourcen im Schulsystem."

  • Für Pflichtschulen sind die Länder zuständig, für Bundesschulen das Bildungsministerium, für Jugendcoaching das Sozialministerium.
  • Schulärztliche Dienste liegen bei Gemeinden oder Ländern.
  • Eine zentrale Stelle, die Koordination und Monitoring übernimmt, fehlt völlig.

„Dieses Kompetenz-Wirrwarr führt zu Ungleichheit und einem Flickenteppich von Angeboten. Wo es Hilfe gibt, hängt vom Wohnort ab – und nicht vom tatsächlichen Bedarf“, so Sigi Maurer.

Forderungen der Grünen: Mindestens eine Vollzeitstelle Schulsozialarbeit pro Standort und eine Verdopplung der Schulpsychologie auf mindestens 500 Planstellen.

Außerdem solle es mehr Schulautonomie geben: "Schulen sollen selbst entscheiden, ob sie zusätzliche Lehrkräfte, Sozialarbeiter:innen, Psycholog:innen oder School Nurses brauchen. Der Bildungsminister schiebt Verantwortung hin und her, anstatt Lösungen zu liefern."

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