Chiles Präsidentin Michelle Bachelet und Kanzler Alfred Gusenbauer

Lateinamerika-Reise

Gusenbauer und Bachelet setzen auf Klimaschutz

Beim Treffen des österreichischen Kanzlers mit der chilenischen Präsidentin wurden gemeinsame Themen für den EULAC-Gipfel besprochen.

Österreich und Chile wollen sich beim EU-Lateinamerika-Karibik-Gipfel ab Freitag in der peruanischen Hauptstadt Lima für den Klimaschutz einsetzen. Das haben die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Mittwoch vereinbart. Gusenbauer war im Zug seiner 10-tägigen Südamerikareise mit Bachelet zusammengetroffen.

Energie
Ziel müsse es sein, die Energieeffizienz zu erhöhen, meinte der Bundeskanzler. "Die nicht verbrauchte Energie ist die billigste." Außerdem müsse mehr Augenmerk auf erneuerbare Energien gelegt werden. "Wir brauchen auch einen vernünftigen Umgang mit fossilen Brennstoffen."

Nahrungsmittel
Bachelet regte an, die Energiefrage auch an die Verbesserung der Probleme wegen der hohen Nahrungsmittelpreise zu koppeln. Es müssten neue Technologie entwickelt werden, die auch die Transporte billiger machen würden. "Dann gibt es auch billigere Transporte für Nahrungsmittel."

Flüchtlinge
Österreich und Chile seien beide mittelgroße Länder auf ihren Kontinenten, die schon schwierige Zeiten in Sachen Menschenrechten durchlebt hätten, nunmehr aber Verfechter der Demokratie und Menschenrechte seien, so Bachelet und sie erinnerte daran, dass Österreich nach dem Militärputsch 1973 viele chilenische Flüchtlinge aufgenommen habe.

Familiengeschichte
Der Präsidentenpalast "La Moneda", in dem am Mittwoch das Treffen stattfand, war beim Putsch, bei dem der damalige Präsident Salvador Allende das Leben verlor, bombardiert worden. Bachelets Vater war ein Luftwaffengeneral und Militärberater Allendes, der sich am Aufstand nicht beteiligte. Er starb an den Folgen von Folter. Auch Tochter Michelle wurde während der Diktatur verfolgt und ging ins Exil.

Sozialmodell
Vor dem chilenischen Parlament in Valparaiso brach Gusenbauer eine Lanze für das europäische Sozialmodell. Es basiere auf der Einsicht, dass soziale Gerechtigkeit und sozialer Ausgleich auch der ökonomischen Entwicklung zugute kommen, so der Kanzler auf Spanisch. Damit wäre ein sozialpolitisches Äquivalent zur Wirtschafts- und Währungsunion geschaffen.

Nächster Halt ist Peru
Am Donnerstag wird Gusenbauer im Vorfeld der EURO 2008 ein Fußballspiel zwischen Schweizer und österreichischen Kinder-Teams besuchen. Dabei ist auch ein Treffen mit dem ehemaligen chilenischen Fußball-Internationalen Ivan Zamorano vorgesehen. Am Donnerstagabend fliegt der Bundeskanzler nach Lima weiter. In der peruanischen Hauptstadt nimmt er am Freitag am EULAC-Gipfel teil, dem Nachfolgetreffen des Lateinamerika-Karibik-Gipfels, der im Mai 2006 unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft in Wien stattfand.

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