In dieser Wiener Villa spionierte die NSA

Abhörskandal

In dieser Wiener Villa spionierte die NSA

Spionage-Villa in Wien aufgespürt. NSA-Abhörposten in US-Botschaft.

Eine Luxusvilla in Wien sorgt nun für internationale Aufregung. Denn die Adresse Pötzleinsdorfer Straße 126–128 soll nicht nur eine wunderschöne dreistöckige Anlage mit traumhaftem, fast 5.000 Quadratmeter großem Park sein, sondern vor allem ein Horchposten der US-Botschaft. Und das schon seit Jahren. „Ich habe ganz eindeutige Hinweise, dass bis vor Kurzem sogar der ganze Garten voller Satellitenanlagen war – das ist kein Gästehaus der US-Botschaft“, so der Grüne Peter Pilz.

Wurden Daten an das NSA-Rechenzentrum geschickt?

Mit riesigen Antennen und vor allem mit einer unterirdischen Anbindung an ein Glasfasernetz soll es einen direkten Zugang zu großen Teilen der Wiener Telekommunikation gegeben haben. Der Vorwurf: Damit können sämtliche Daten abgefangen und an das NSA-Rechenzentrum in Süddeutschland weitergeleitet werden. Offiziell dementiert sowohl die US-Botschaft als auch das Innenministerium – Tenor: Hier werden keine geheimen Daten ausgewertet, sondern es ist ein „Open Source Center“, in dem lediglich öffentlich zugängliche Informationen aus aller Welt ausgewertet werden. Pilz jedoch verlangt „vollständige Aufklärung durch das Innenministerium“ und wird den Nationalen Sicherheitsrat einberufen.

NSA-Enthüllungen. Über ein anderes Arbeitsfeld der NSA berichtete indes gestern wieder Ex-Spion Edward Snowden. Der US-Geheimdienst knackt demnach jede elek­tronische Verschlüsselung auf der ganzen Welt und schleust ganz gezielt Programme ein, um Sicherheitslücken zu nützen. Auch Bankkonten wären so leicht zu knacken. Österreichs Banken versuchten gestern zu beruhigen: „Wir sind ziemlich sicher, dass dieser Versuch bisher nicht unternommen worden ist“, so Erste-Group-Sprecher Michael Mauritz.


Peter Pilz im Interview: "Zeugen bestätigen diesen Horchposten"

ÖSTERREICH: Eine noble Villa in Wien soll ein riesiger Horchposten der US-Botschaft sein. Was macht Sie so sicher, dass hier wirklich il­legal abgehört wird?
Peter Pilz: Ich habe sehr vertrauensvolle Zeugen, die das bestätigen. Demnach war der Garten bis vor Kurzem voller Antennen und Satellitenschüsseln. So etwas ist kein Gästehaus der Botschaft.

ÖSTERREICH: Sowohl die US-Botschaft als auch das Innenministerium haben dementiert, dass es einen Horchposten gibt …
Pilz: Also, mein Fotograf ist gerade von Polizisten, die das Gebäude bewachen, vertrieben worden. Die Innenministerin schützt ihre US-Freunde.

ÖSTERREICH:
Und was werden Sie jetzt tun?
Pilz: Ich werde den Nationalen Sicherheitsrat einberufen, vermutlich bereits am Montag.

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