Jagd auf die Grasser-Millionen

Nach Razzia

Jagd auf die Grasser-Millionen

Wie Grasser in Liechtenstein, Zypern und der Karibik sein Geld versteckt hat.

Seit Monaten rätselt ganz Österreich über die Frage: Hat Ex-Finanzminister Grasser an den Privatisierungen der Ära Schüssel mitverdient – und hat er Steuer hinterzogen?

Der Krimi beginnt im August 2005: In 5 Zahlungen überweist die umstrittene „Immofinanz“ exakt 9,6 Millionen Euro auf ein Konto der Briefkastenfirma „Astropolis“ in Zypern.

960-Millionen-Kaufpreis
Die Firma gehört Grassers Freund und späterem Geschäftspartner Peter Hochegger. Die Summe von 9,6 Millionen ist exakt ein Prozent vom 960-Millionen-Kaufpreis, das die Immofinanz für den Verrat der genauen Kaufsumme zahlte.

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    Hochegger behält sich 2,2 Millionen selbst – und überweist 7,4 Millionen auf ein Konto einer „Omega International“ nach Delaware in den USA. Von dort wird das Geld bar behoben und von zwei anonymen Mittelsmännern auf drei Konten der Hypo-Bank im Steuerparadies Liechtenstein eingezahlt.

    2,44 Millionen auf ein Konto mit Decknamen „Karin“, das Grassers Mentor, Freund und Partner Ernst Karl Plech gehört.

    2,5 Millionen auf das Konto „Natalie“, das Grassers Trauzeugen Meischberger gehört.

    Netzwerk an Stiftungen
    Und 2,44 Millionen auf ein Konto mit der Nummernkombination „15444“, die angeblich am Handy KHG bedeutet – und von dem die Justiz behauptet, es würde Grasser gehören, während Meischi versichert, es sei sein Konto.

    Tatsächlich hat Grasser in Liechtenstein ein ganzes Netzwerk an Stiftungen und Briefkastenfirmen einrichten lassen, das völlig undurchsichtig ist.

    • Er besitzt die Stiftungen „Waterland“ und „Silverland“ mit zahlreichen Tochtergesellschaften.
    • Und er gründet die Briefkastenfirmen Mandarin Group (in Belize) und Ferint AG (in der Schweiz) mit Liechtensteinkonten.

    Zwischen Konto „15444“, auf das nachweislich 2,44 Buwog-Provisionsmillionen geflossen sind, und den Grasser-Firmen und -Stiftungen gibt es laut Justiz regen Geldfluss.

    Hypo-Genussscheine
    Mal investiert Grasser in der „Ferint AG“ 500.000 Euro seiner „Schwiegermutter“, um Hypo-Genussscheine zu kaufen, und erhält dafür 763.000 Euro zurück, die er über die Mandarin abwickelt.

    Mal kauft das Konto „15444“ um 1,5 Millionen Euro Aktien an Grassers Firma Meinl Intern. Power.

    Mal gibt die Grasser-Stiftung Silverland ihm persönlich 3,7 Millionen Euro Darlehen, um sein Penthouse in Wien zu kaufen.

    Mal überweist die Meinl International Power an die Mandarin und die Grasser-Stiftungen insgesamt 4 Millionen Euro an Gagen.

    Fest steht, dass Grasser für all diese enormen Beträge – 2,4 Mio. von Buwog, 763.000 von Hypo, 3,7 Mio. Darlehen, 4 Millionen Gage von Meinl – offenbar keine Steuer bezahlt hat.

    Er selbst sieht seine Stiftungskonstruktion rechtlich okay und betont, dass sie sogar vom Finanzamt abgesegnet wurde. Es klingt mittlerweile wie ein Witz: Aber für KHG gilt die Unschuldsvermutung. Die Indizien sind dicht – aber Beweise gibt es keine.

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