538.656 Straftaten sind im vergangenen Jahr von der Polizei der Justiz angezeigt worden.
53,6 Prozent dieser Fälle wurden aufgeklärt. Diese Zahlen präsentierte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. "Wir leben nach wie vor in einem der sichersten Länder der Welt, aber nicht auf einer Insel der Seligen", resümierte der Ressortchef. "Sorgenkind" bleibe allerdings die Jugendkriminalität.
Karner sagte, dass die polizeiliche Anzeigenstatistik eine Richtschnur für polizeiliche Maßnahmen, für die Justiz und letztlich auch für politisch Verantwortliche darstelle. Die Aufklärungsquote "halte ich für einen sehr guten Wert", betonte der Innenminister. Gegenüber 2024 (52,9 Prozent Aufklärungsquote) gab es einen Anstieg. Es wurden auch um rund 10.000 Tatverdächtige mehr ausgeforscht als 2024 - 2025 waren es 345.095 ausgeforschte Verdächtige. 47,7 Prozent von ihnen waren ausländische Staatsbürgerinnen und -bürger. Die meisten kamen aus Rumänien vor Syrien und Deutschland. "Die schlechte Nachricht ist: Es sind mehr geworden. Die gute ist: Wir kriegen sie. Und wir schieben sie auch ab", sagte Karner. Im Vorjahr seien rund 3.000 verurteilte Straftäter abgeschoben worden.
Bei der Internetkriminalität gab es zwar einen leichten Anstieg gegenüber 2024, das Niveau des Jahres 2023 wurde aber nicht ganz erreicht. "Die Sensibilisierungsmaßnahmen beginnen zu greifen. Die Menschen werden vorsichtiger", lautete die Interpretation des Innenministers.
"Sorgenkind" Jugendkriminalität, Zahlen mehr als verdoppelt
Hingegen "ist die Jugendkriminalität weiter im wahrsten Sinne des Wortes ein Sorgenkind", räumte der Innenminister ein. Vor allem bei zehn- bis 14-jährigen Tatverdächtigen hätten sich die Zahlen mehr als verdoppelt. In dieser Altersgruppe würden die syrischen Tatverdächtigen hervorstechen. Der Ressortchef verwies auf die vor zwei Jahren gegründete Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität, es werde weitere Schwerpunktaktionen geben. Darüber hinaus sei die Umsetzung des im Regierungsprogramm enthaltenen Maßnahmenpaketes notwendig. Das betreffe die gefängnisähnliche Unterbringung von Intensivtätern, dabei sei er der Stadt Wien sehr dankbar, die hier ein Pilotprojekt gestartet habe. Dazu soll das Messertrageverbot kommen, die polizeiliche Belehrung, die sich vor allem an die Eltern richte, sowie die sicherheitspolizeilichen Fallkonferenzen.