Große Trauer im Show-Business. Action-Legende Chuck Norris ist im Alter von 86 Jahren an den Folgen eines medizinischen Notfalls verstorben.
Der Kampfsportler spielte seit seinem Schauspieldebüt Ende der 1960er-Jahre in einer Reihe von Actionfilmen mit. Zu einer Leinwandikone machte ihn sein Kampf mit dem Kung-Fu-Superstar Bruce Lee in dem Film "Die Todeskralle schlägt wieder zu" von 1972. Seinen letzten Auftritt hatte er in "Agent Recon" von 2024. Auch mit der TV-Serie "Walker, Texas Ranger" (1993-2001) erarbeitete sich Norris einen Ruf, der ihn mit Internetmemes und Witzen zur Kultfigur über die Filmszene hinaus machte - darunter etwa: "Wenn Chuck Norris ins Wasser fällt, wird er nicht nass. Das Wasser wird Chuck Norris." Oder: "Wenn Chuck Norris Liegestütze macht, drückt er nicht sich nach oben, sondern die Erde nach unten." Und: "Chuck Norris hat bis Unendlich gezählt. Zweimal." Die Liste ließe sich lange fortsetzen.
Muskulöser Kämpfer und Sprachrohr der Ultrakonservativen
Auf seiner Homepage präsentierte er sich als muskulöser Kämpfer, Revolverheld und Texas Ranger. Dabei trat er auch immer wieder als Sprachrohr der Ultrakonservativen in Erscheinung. Er machte sich für Donald Trump und Waffenfreiheit stark und wetterte gegen alles Liberale. 2019 wurde Norris Promi-Sprecher beim österreichischen Waffenriesen Glock. Auf der rechtskonservativen Webseite World Net Daily (WND) trat er als Kolumnist in Erscheinung.
Seine Auftritte vor der Kamera sind zuletzt seltener geworden, doch den knallharten Hollywood-Kerl spielte Norris auch noch mit Mitte 80. Sein letzter Actionstreifen "Agent Recon" erntete 2024 allerdings vernichtende Kritiken. Allerschlechteste Qualität, vom Schauspiel, über Effekte bis hin zu den Dialogen, urteilte das Entertainment-Portal "Collider". Das einzig Gute an dem Sci-Fi-Action-Film sei die kurze Laufzeit von unter 90 Minuten. Davor hatte der Haudegen mit Vollbart und Narbengesicht in "The Expendables 2" (2012) an der Seite von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis zugeschlagen - als Senior der martialischen Altherren-Besetzung.
Über den Kampfsport zum Film
Zum Film kam Norris über den Kampfsport. Der Sohn einer streng religiösen Mutter im ländlichen Oklahoma hatte als junger Soldat in Korea die Karate-Variante Tang Soo Do entdeckt. Als Kampfsportlehrer arbeitete er sich in den USA hoch und wurde in den 1960er-Jahren in der Martial-Arts-Szene bekannt. Mehrere Jahre hatte er den Titel als Karate-Weltmeister im Mittelgewicht inne. Über seine Kampfsport-Freunde Bruce Lee und Steve McQueen kam er nach Hollywood.
Mit Größen wie Clint Eastwood oder Charles Bronson konnte er nicht mithalten. Schon die Filmtitel "Der Bulldozer", "Kalte Wut", "Missing in Action", "Delta Force" und "Die Feuerwalze" sind ein Indiz. Doch seine Dauer-Rolle als Gesetzeshüter Cordell Walker in der TV-Serie "Walker, Texas Ranger" war schließlich ein Hit. Ab 1993 spielte er über acht Jahre lang den uramerikanischen Ranger, der für Recht und Ordnung sorgt.
Konservative Werte
Als seine Lebensprinzipien und Werte listete Norris "Glaube, Familie, Fitness, Freiheit und Kampf" auf. Und damit wollte der fünffache Vater auch Geld verdienen. Auf seiner Webseite verkaufte er Silbermünzen mit seinem Abbild und den fünf Schlagworten versehen. Er sehe es als seine Mission an, die Menschen daran zu erinnern, was es bedeutet "ein echter Amerikaner" zu sein, bewarb Norris das Produkt.
1998 hatte er das mehr als 20 Jahre jüngere Ex-Model Gena O'Kelley geheiratet. 2001 brachte sie Zwillinge zur Welt. Aus früheren Beziehungen hatte Norris weitere drei Kinder.