Für 41 Prozent der jungen Muslime in Österreich stehen die Vorschriften der Religion über den Gesetzen. Bei den jungen Christen sind es 21 Prozent.
Im Auftrag der Stadt Wien hat Integrationsexperte Kenan Güngör eine Studie über die Einstellung junger Zugewanderter in Wien erstellt. Über 1.200 Mädchen und Burschen im Alter von 14 bis 21 Jahren wurden interviewt. Unter den Befragten waren Österreicher, Serben, Polen, Rumänen, Bosnier, Türken, Kurden, Syrer, Afghanen und Tschetschenen.
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In der Studie werden unter anderem Fragen zur religiösen Weltanschauung gestellt. Der Aussage "Alle Religionen sind gleichwertig" stimmen etwa 84 Prozent aller jungen Christen voll bzw. eher zu. Bei jungen Muslimen sind es "nur" 76 Prozent.
46 Prozent der jungen Muslime: Für Glauben "kämpfen und sterben"
46 Prozent aller befragten Muslime stimmen der Aussage "Man muss bereit sein für die Verteidigung seines Glaubens zu kämpfen und zu sterben" voll bzw. eher zu. Bei den Christen sind es 24 Prozent.
"Für mich stehen die Vorschriften meiner Religion über den Gesetzen in Österreich". Dieser Aussage stimmen 41 Prozent der jungen Muslime zu, bei den Christen sind es 21 Prozent.
ÖVP: Studie "muss Warnsignal sein"
ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti erklärte via Aussendung: "Die neue Studie über die Einstellungen junger muslimischer Zugewanderter in Wien zeichnet ein verheerendes Bild und muss ein klares Warnsignal sein." Und: "Wer zu uns kommt, muss sich anpassen und Teil unserer Gesellschaft werden."
Die ÖVP habe in der Bundesregierung, so Marchetti, "tiefgreifende Maßnahmen gesetzt, um Integration ab Tag 1 zu forcieren".
FPÖ: "Ernüchternde Bestandsaufnahme"
FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl kommentierte die Studienergebnisse via Aussendung als "ernüchternde Bestandsaufnahme der aktuellen Lage an vielen heimischen Schulen". Und: „Die aktuellen Schilderungen bestätigen auf besorgniserregende Weise, wovor wir Freiheitliche seit langem warnen: Eine ungesteuerte Zuwanderung und eine fehlgeleitete Integrationspolitik führen zur Bildung von Parallelgesellschaften, die sich mittlerweile direkt im Klassenzimmer manifestieren."