Karl Mahrer

Nach Blümel-Rücktritt:

Karl Mahrer wird neuer Wiener ÖVP-Chef

Folgt auf Blümel in der Wiener Landespartei.

Wien. Die Wiener ÖVP kürt am Freitag ihren 19. Obmann. Karl Mahrer (66) tritt in die Fußstapfen von Gernot Blümel, der im Zuge der jüngsten ÖVP-Turbulenzen ebenfalls seinen Abschied verkündet hat. Mahrer bekleidete Spitzenfunktionen in der Wiener Polizei und zog 2017 für die Türkisen als Wiener Abgeordneter in den Nationalrat ein - ist also so wie Blümel aktuell ebenfalls kein Rathauspolitiker.

Ganz fremd dürfte ihm das kommunalpolitische Parkett jedoch nicht sein, da er regelmäßig bei Presseterminen der Landespartei mit dabei war. Dass sein Hauptfokus dabei auf der Sicherheitspolitik lag, hängt naturgemäß eng mit seinem beruflichen Werdegang zusammen. Anfang der 1980er Jahre trat er seinen Dienst als Exekutivbeamter an, anschließend kletterte er die Karriereleiter nach oben.

2009 wurde Mahrer zum Landespolizeikommandanten für Wien ernannt, wobei dem damaligen Wechsel einige Turbulenzen vorangingen. Sein Vorgänger Roland Horngacher, als dessen Stellvertreter Mahrer fungierte, musste nach Amtsmissbrauchsvorwürfen gehen. 2012 wurde Mahrer, nach der Neustrukturierung der Behörde, Landespolizeivizepräsident.

Kandidierte 2017 auf Platz neun der Bundesliste

Der am 4. März 1955 in Wien geborene ÖVP-Politiker kandidierte 2017 auf Platz neun der türkisen Bundesliste. 2019 folgte er im Parlament auf Werner Amon als Sicherheitssprecher der Volkspartei. Zuletzt lieferte er sich etwa Scharmützel mit der FPÖ, über deren Rolle im Zusammenhang mit den Corona-Protesten er sich echauffierte. FP-Chef Herbert Kickl warf er etwa vor, mit Demo-Auftritten sich zum "Rädelsführer der hartgesottenen Corona-Leugner" ernannt zu haben, der rechtsextreme Ausschreitungen erzwingen wolle.

Wiederholt hat er auch die VP-Linie in Sachen Afghanistan bekräftigt - die vor allem auf Hilfe im Land bzw. in den Nachbarregionen setzt. "Es ist wichtig, dass wir gerade in dieser Phase uns dafür einsetzen, um die Maßnahmen vor Ort zu intensivieren, denn es muss alles unternommen werden, um Szenen wie wir sie 2015 erleben mussten, zu verhindern", erklärte er dazu.

Gewählt wird er vorerst als geschäftsführender Parteichef. Die offizielle Kür zum Obmann wird im Rahmen eines Parteitags erfolgen, einen Termin dafür gibt es jedoch noch nicht.



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