Lehrer: "Jeder verliert 500.000 Euro"

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Lehrer: "Jeder verliert 500.000 Euro"

Poker mit den Lehrern geht weiter. Reform doch noch vor Wahl?

Die Verhandlungen zum Lehrerdienstrecht werden zum Nervenkrieg. Eine Lösung beim neuen Dienstrecht bis zu den Wahlen im Herbst, hängt an einem seidenen Faden.

Am Montag verhandelten Bildungsministerin Claudia Schmied, Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) mehr als drei Stunden im Kanzleramt. Laut SPÖ gibt es nun eine einheitliche Regierungsposition, die ÖVP wollte das am Montag so noch nicht bestätigen.

Ringen um einheitliche Position der Regierung
„Die Ministerinnen sind alle Details durchgegangen“, berichtet ein Sprecher Schmieds. „Sie sind sich nun darüber im Klaren, was sie wollen.“ Jetzt berechnen Experten die Kosten noch einmal. „Sobald wie möglich“ werde man das neue Paket der Gewerkschaft vorlegen. Die Nerven liegen jedenfalls blank. Denn mehr kosten darf das Lehrer-Dienstrecht laut einem Regierungs-Insider nicht. „Ein nachgebessertes Angebot“ ist aber genau das, was die Gewerkschaft fordert.

Lehrer-Besoldung: Mikl schießt gegen Fekter quer
Knackpunkt ist die Besoldung der Lehrer: Die Gehaltskurve wird künftig deutlich flacher verlaufen, zumindest darin sind sich alle einig. Die Arbeitszeit soll aber auf 24 Unterrichtsstunden steigen (bisher sind es 20 bis 22 Stunden).

Die Anfangsgehälter der Junglehrer steigen zwar, doch die Gewerkschaft befürchtet, dass die Lehrer einen Teil ihres Lebensverdienstes einbüßen. „Es ist eine Tatsache, dass wir bis zu 500.000 Euro verlieren“, sagt Gewerkschaftschef Paul Kimberger zu ÖSTERREICH. Selbst ÖAAB-Obfrau Johanna Mikl-Leitner forderte, dass die Lebensverdienstsumme nicht sinkt – ein Querschuss gegen Parteifreundin Fekter und gegen Schmied.

Das Bildungsministerium dementiert, dass es überhaupt Einbußen beim Lebensverdienst gibt.

2.420 € Gehalt zum Einstieg
Derzeit verläuft die Gehaltskurve steil nach oben: Junglehrer starten derzeit nur mit 2.025 (Volksschule) bis 2.223 € brutto (Gymnasium) im Monat – erreichen aber am Ende ihrer Karriere bis zu 5.139 €.

Das letzte Angebot der Regierung sieht eine Abflachung vor, also sollen Junglehrer künftig mehr – konkret 2.420 € – verdienen, im Alter wären es dann nur noch 4.330 Euro. Dazu kommen noch Zulagen.

Die Gewerkschaft will berechnet haben, dass das einen Verlust im Laufe des Berufslebens von bis zu 500.000 € bedeutet – und sagt Njet. Schmied kontert, die Summe bleibe gleich. Hintergrund des Widerstands: Die Lehrer sollen statt bisher 20 bis 22 künftig 24 Stunden in der Klasse stehen. Auch hier steht die Gewerkschaft auf der Bremse.

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