Mahnende Worte

Mauthausen-Befreiung: Van der Bellen betont Grund- und Freiheitsrechte

Anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen am 5. Mai 1945 hat Bundespräsident Alexander van der Bellen am Dienstag der Opfer gedacht, an die danach gezogenen Konsequenzen erinnert und zu deren Bewahrung aufgerufen.  

Auch SPÖ-Obmann und Vizekanzler Andreas Babler rief zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus auf und bekräftigte den vollen Einsatz für Demokratie, Freiheit und Frieden.

"Es ist ein Tag des Innehaltens - und ein Tag, an dem wir uns fragen: Wie konnte es zu diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit kommen? Wie konnte es gewollt, geplant und umgesetzt werden?", so Van der Bellen via Social Media. In Europa haben man nach 1945 Konsequenzen gezogen: "Mit der Europäischen Menschenrechtskonvention, die in Österreich Verfassungsrang hat, und mit dem Aufbau einer gemeinsamen, friedlichen Ordnung - der Europäischen Union. Es liegt an uns, dieses zu bewahren. Den Weg des Respekts zu gehen. Den Weg, auf dem Grund- und Freiheitsrechte gelten. Den europäischen Weg."

SPÖ gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Für Babler ist dieser Gedenktag"kein symbolischer Akt, sondern ein klarer Auftrag", wie er in einer Aussendung erklärte: "Wir dürfen niemals zulassen, dass Hass, Ausgrenzung und rassistische Ideologien wieder Platz greifen." Gerade in Zeiten, in denen rechtsextreme Kräfte versuchten, die Gesellschaft zu spalten, seien Haltung und der gemeinsame Widerstand aller Demokratinnen und Demokraten gefordert. "Aus der Geschichte zu lernen, bedeutet, die richtigen Lehren daraus zu ziehen. Nie wieder ist jetzt! Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, Rassismus und Rechtsextremismus entschlossen zu bekämpfen und die Demokratie zu verteidigen und zu stärken", betonte er, sekundiert von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim.

Opfer des Nationalsozialismus 

Erinnerungskultur-Sprecherin Sabine Schatz bezeichnete Angriffe auf Gedenkorte als besonders besorgniserregend. "Wie eine Anfragebeantwortung aus dem Innenministerium zeigt, wurden allein im Jahr 2025 mindestens sieben Schändungen von Gedenkstätten und Mahnmalen für die Opfer des Nationalsozialismus registriert, darunter die KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen sowie mehrere Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum." In sechs von sieben Fällen sei ein rechtsextremer Hintergrund festgestellt worden. "Gedenkstätten sind sichtbare Zeichen unserer historischen Verantwortung. Wer sie schändet, greift nicht nur Orte des Erinnerns an, sondern unsere demokratischen Grundwerte insgesamt", so Schatz.

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