Mitterlehner: Die neue schwarze Nummer 1

Politik

Mitterlehner: Die neue schwarze Nummer 1

Er hat einen guten Draht zur SPÖ - und nicht nur Freunde in der ÖVP.

Bereits nach Josef Prölls Rücktritt als Parteichef 2011 galt Reinhold Mitterlehner als Favorit für den wackeligen VP-Obmann-Sessel. Damals hatte aber Erwin Pröll den Niederösterreicher Michael Spindelegger durchgesetzt. Der 58-Jährige ist begeisterter Sozialpartner und hat ausgezeichnete Beziehungen zur SPÖ, vor allem zu Kulturminister Josef Ostermayer.

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"Django" Mitterlehner
In der Verbindung Austro-Danubia wurde Mitterlehner "Django" genannt - die neue Nummer 1 der ÖVP hat ein Faible für den klassischen Italo-Westernheld. "Ich schieße nicht schnell, bin aber für klare Entscheidungen", sagt Mitterlehner.



Der Ex-Vizegeneral der Wirtschaftskammer war 2008 unter Pröll zum Wirtschaftsminister aufgestiegen und ist eines der längstdienenden Regierungsmitglieder.

Generell gilt der Vater dreier Töchter als Pragmatiker, aber auch als Einzelgänger. In der eigenen Partei hat er nicht nur Freunde. Einige ÖVPler schildern ihn als "kalt". Dass er so gut mit "den Roten" kann, hilft ihm auch nicht bei allen in der ÖVP.

Mitterlehner ist auch familiär sehr gut vernetzt. Sein Bruder Andreas ist Chef der Hypo OÖ, seine Schwägerin Michaela Keplinger-Mitterlehner ist im Vorstand der Raiffeisenbank OÖ.

Vom Finanzminister-Job muss Mitterlehner allerdings weiter träumen. Er wird als neuer Parteichef und Vizekanzler auf jene Dreifachbelastung verzichten, die schon seine Vorgänger Wilhelm Molterer, Josef Pröll und Spindelegger zerstört und in die Resignation getrieben hatte.

I. Daniel

Bilder: Michael Spindelegger tritt zurück