Der neue Gesundheitsminister im

Mückstein: ''Meine Turnschuhe sind nicht respektlos''

Wolfgang Mückstein und Niki Fellner
© TzOe / Moni Fellner
Wolfgang Mückstein im ÖSTERREICH-Interview zum neuen Amt und zur Sneaker-Debatte.
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Der neue Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein im großen Interview mit ­oe24-Chefredakteur Niki Fellner.

ÖSTERREICH: Haben Sie sich schon eingelebt als Gesundheitsminister?

Wolfgang Mückstein: Ich habe Büromitarbeiter und Sektionschefs kennengelernt … die Runde durchs Haus ist noch ausständig.

ÖSTERREICH: In Ihrer ersten Woche wurde viel über Ihre Turnschuhe gesprochen. Einige nennen es respektlos, dass Sie so zur Angelobung gegangen sind. Hätten Sie im Nachhinein lieber Anzugschuhe getragen?

Mückstein: Nein, ich hätte das auch im Nachhinein gesehen nicht anders gemacht. Ich habe in den letzten zwölf Jahren in meiner Ordination täglich mit Turnschuhen ordiniert. Mit weißem Polo und Turnschuhen. Glauben Sie mir, ich habe alle meine Patienten, unabhängig wo sie herkommen und ob sie arm oder reich sind oder was für eine Hautfarbe sie haben, jedenfalls immer mit Respekt behandelt und ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe. Respekt hat für mich nichts mit Kleidung zu tun. Meine Turnschuhe sind nicht respektlos.

ÖSTERREICH: Mitte Mai gibt es großflächige Öffnungsschritte in Österreich. Wie riskant ist das?

Mückstein: Die neue Virus­variante in Tirol macht mir schon Sorgen. Das gemeinsame Ziel bei allen Lockerungsmaßnahmen sind freie Intensivbetten. Stand jetzt gibt es Lockerungen Mitte Mai. Wenn sich die Situation ändert, müssen wir das besprechen.

ÖSTERREICH: Deutschland geht einen anderen Weg. Wir reden über Öffnung, die schließen. Wie passt das zusammen?

Mückstein: Bei freien Intensivbetten müssen wir über Öffnungen reden. Hier sind mir vor allem die Schulen wichtig. Warum? Weil es die Eltern entlastet, die Kinder entlastet, alleinerziehende Mütter entlastet. Das ist mir wichtig.

ÖSTERREICH: Wann kann jeder die Impfung bekommen?

Mückstein: Bis Ende Juni oder Anfang Juli.

ÖSTERREICH: Wann startet die Phase 3, in der alle zur Impfung dürfen?

Mückstein: Ab Anfang Mai. Auch da wird natürlich nach Alter priorisiert. In Phase 3 kommt das betriebliche Impfen hinzu und jedenfalls im Juni wird genug Impfstoff für alle da sein. Vielleicht sogar mehr Impfstoff als Impfwillige.

ÖSTERREICH: Stimmt es, dass man 22 Tage nach der Impfung für den Grünen Pass freigeschaltet wird?

Mückstein: Das ist die aktuelle Empfehlung des nationalen Impfgremiums.

ÖSTERREICH: Wie verstehen Sie sich mit Bundeskanzler Sebastian Kurz?

Mückstein: Ich habe ihn letzte Woche das erste Mal getroffen. Unser Verhältnis ist korrekt. Er ist der Regierungschef, ich bin ein Fachminister – am Ende sitzen wir im gleichen Boot.

ÖSTERREICH: Sehen Sie sich als Arzt oder als Politiker?

Mückstein: Jetzt, nach ­einer Woche, vielleicht 50:50. Halb Arzt, halb Politiker. Ich bleibe zumindest bis zum Ende der Legislaturperiode, das ist fix.

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