Didi Mateschitz

Nach Wut-Interview

Flüchtlingshelfer schießen scharf gegen Mateschitz

Der Red-Bull-Chef erntete mit seinen Aussagen über Flüchtlingspolitik auch reichlich Kritik.

Das "Wutbürger“-Interview von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz in der Kleinen Zeitung führte zu heftigen Diskussionen, vor allem im Internet. Besonders seine Aussagen zur Flüchtlingspolitik sorgen für Wirbel. Einige fühlen sich dadurch vor den Kopf gestoßen - und das sind nicht etwa Politiker, sondern die Flüchtlingshelfer. 50 von ihnen aus Salzburg haben sich nun gewehrt. In einem offenen Brief wandten sie sich an den Red-Bull-Chef und geigten ihm die Meinung.

Mateschitz hatte in dem Skandal-Interview gesagt: "Keiner von denen, die 'Willkommen' oder 'Wir schaffen das' gerufen haben, hat sein Gästezimmer frei gemacht oder in seinem Garten ein Zelt stehen, in dem fünf Auswanderer wohnen können."

Zu viel für die Helfer. "Mit dieser Aussage, die nicht nur falsch sondern auch in höchstem Maße zynisch ist, verhöhnen Sie jene Menschen, die sich nun seit fast zwei Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren", schreibt die Gruppe erbost. "Für dieses ehrenamtliche Engagement brauchen wir keinen Applaus, denn wir tun all dies aus der ehrlichen Überzeugung heraus, dass es richtig ist. Aber mit Ihren jüngsten Aussagen verhöhnen Sie unser tägliches Tun für ein gelingendes Zusammenleben! Ein Funken mehr Respekt wäre angebracht gewesen."

Aber Mateschitz‘ Interview sorgt nicht nur für Kritik. Wenig überraschend zeigte sich FPÖ-Chef Heinz Christian Strache begeistert von den Aussagen. "Ein außergewöhnlicher Mensch, der – in Zeiten wie diesen – seine Bodenhaftung nicht verloren hat und außergewöhnlichen Weitblick beweist." Und: "Ein großer Österreicher, der für unser Land Enormes geleistet hat." In den diversen Foren gibt es glühende Befürworter, die einen "Kanzler Didi" fordern, es wird aber auch viel Kritik an den teilweise sehr rechten Ansichten laut.

Auch im Büro des Außenministers weist man darauf hin, dass Mateschitz Sebastian Kurz als einzigen österreichischen Politiker gelobt hat.



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