Lange blieb es unter Verschluss, jetzt darf es zumindest gelesen werden. Mit dem neuen Informationsfreiheitsgesetz wurde entschieden, dass man in das Gutachten über die Zweitwohnsitz-Situation in Gmunden Einsicht nehmen darf.
Die Gemeinde wollte ja bekanntlich Vorbehaltsgebiet werden, das Land Oberösterreich lehnte ab und argumentierte mit dem Gutachten, das wegen dem Urheberschutz geheim bleiben musste. Kopieren - und damit auch zitieren - darf man das rund 40-seitige Papier aber weiterhin nicht.
- Geburten-Alarm in NÖ: 5.354 mehr Tote als Babys
- "Essen auf Rädern“ auch weiterhin in Gmünd
- Nicht "UMSONST!" - Das Lastkrafttheater kommt jetzt auch in MEINE Stadt
Zeitraum 2018 bis 2022
oe24 hat es nun lesen dürfen. Das Ergebnis: Die Preise für Wohnbaugrundstücke sollen in Gmunden zwischen 2018 und 2022 um rund acht Prozent gestiegen sein, in ganz Oberösterreich allerdings um rund 13,5 Prozent. Zu dem Ergebnis kommt der Gutachter, da er Transaktionen (ab 250 Quadratmeter, ab 15 Euro pro Quadratmeter, keine Erbschaften, Konkursverfahren oder ungewöhnliche Zahlungen) in dem Zeitraum 2018 bis 2022 auswertete. Über die daraus resultierenden Quadratmeterpreise wurde eine Regressionslinie gelegt, die dann den Preisanstieg ergibt.
Preis pro Wohnplatz
Aber: Die Quadratmeterpreise wurden nicht gewichtet. Als Beispiel: Ein 300 Quadratmeter kleines Grundstück, das für 1.000 Euro pro Quadratmeter verkauft wurde, zählt gleich viel wie ein 3.000 Quadratmeter großes Grundstück, das für 100 Euro pro Quadratmeter verkauft wurde. Kleinteiligere - und oft auch kostspieligere - Innenstadt-Grundstücke fallen also mehr ins Gewicht als etwa ein größeres Einfamilienhaus-Grundstück im Oberen Mühlviertel. Aussagekräftiger wäre wohl ein Preis pro Wohnplatz.