Oppitz-Plörer verteidigt ihr Amt

Innsbruck-Wahl

Oppitz-Plörer verteidigt ihr Amt

Es war ein spannendes Rennen um den ersten Platz in der Landeshauptstadt. Die  Chefin der „gelben Mitte“ hat das Rennen gemacht.

Großes Schwitzen am Sonntag in Innsbruck: Bei sommerlichen Temperaturen fand die Bürgermeister-Stichwahl zwischen Christine Oppitz-Plörer von der ÖVP-nahen Liste „Für Innsbruck“ (FI) und Christoph Platzgummer (ÖVP) statt. Am Ende standen alle Zeichen auf Gelb: Die amtierende Bürgermeisterin hatte mit 56 Prozent die Nase vorn. Platzgummer erreichte 44 Prozent. Vor zwei Wochen noch hatte der Herausforderer als Sieger gegolten, weil seine „echte ÖVP“ der abgespaltenen Fraktion die Mehrheit im Gemeinderat abgenommen hatte.
Glücklich. Den Wahltag hatte die Stadtchefin zu Hause in aller Ruhe verbracht. Schon beim Gang zur Wahlurne um 12 Uhr, zu dem sie ihr Sohn Maximilian (18) begleitete, zeigte sie sich siegessicher. Die 42 Innsbrucker Wahllokale hatten um 17 Uhr geschlossen, eine halbe Stunde später zeichnete sich der Oppitz-Sieg schon ab.

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Ein klarer Sieg für Oppitz-Plörer


Konfetti-Regen. Die alte und neue Bürgermeisterin kam erst gegen 18.30 Uhr ins Rathaus und wurde von ihren Fans begeistert gefeiert: Blitzlichtgewitter und Fußballchöre à la „Christine Uh-Oooh“ begleiteten die Siegerin durch das Rathaus in den Plenarsaal. Konfetti-Fontänen und Partystimmung, der Abend war gelaufen.
Wenige Minuten nach dem Aufmarsch der Gelben betraten Christoph Platzgummer und sein Stadtpartei-Chef Franz Gruber den Saal. „Natürlich wäre ich gerne Bürgermeister geworden, aber der Wählerwille ist entscheidend und das Ergebnis ist eindeutig“, meinte Platzgummer in einem ersten Kommentar.
Neu. Was ändert sich nun politisch in Innsbruck? Bislang hatte FI im Stadtsenat (Regierung) drei Sitze, die SPÖ zwei, Grüne und ÖVP je einen. Jetzt werden die Karten neu gemischt und die Gelben bestimmen, wer mitregiert. Fix dabei sind die Grünen, mit denen Oppitz schon vor der Stichwahl eine Koalition vereinbart hatte. Der Dritte im Bunde könnte die ÖVP werden.
Keine Wahl-Lust. Enttäuschend war die alarmierend niedere Wahlbeteiligung: Lag sie bei der Gemeinderatswahl am 15. April noch bei 52 Prozent, so gingen am gestrigen Wahltag nur 44,5 Prozent zur Urne.

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Oppitz-Plörer: »Freu mich über starkes Signal«

ÖSTERREICH: Sie haben 56 Prozent erreicht, das Ergebnis muss Sie doch freuen, richtig?
OPPITZ-PLÖRER: Ich bin sehr dankbar und es freut mich, dass Mut, Offenheit, Klarheit und Leistung gewinnen können. Das ist ein Sieg, den die Menschen erzielt haben. Innsbruck hat ein starkes Signal gesetzt, das freut mich.
ÖSTERREICH: Haben Sie dieses Ergebnis erwartet?
OPPITZ-PLÖRER: Nein, dieses Ergebnis habe ich mir nicht erwartet.
ÖSTERREICH: Offenbar gefällt den Innsbruckern Ihre Idee einer landesunabhängigen Stadt …
OPPITZ-PLÖRER: Ja, ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass Innsbruck eine selbstständige Stadt ist. Das zu betonen, war mir sehr wichtig.
ÖSTERREICH: Wie wird die neue Stadtregierung jetzt aussehen?
OPPITZ-PLÖRER: Wir, also Für Innsbruck, die ÖVP und die Grünen, sind drei gleich starke Fraktionen, die gehören eigentlich alle in die Regierung. Aber es werden jetzt auch Gespräche mit den Sozialdemokraten geführt. Denkbar wäre auch eine Viererkoalition.
ÖSTERREICH: Wie wird der Wahltag jetzt gefeiert?
OPPITZ-PLÖRER: Den werden wir natürlich gebührend feiern. Unsere jungen Wahlhelfer haben ja fleißig mitgeholfen.
ÖSTERREICH: Was sagen Sie zur Wahlbeteiligung?
OPPITZ-PLÖRER: Eine höhere Wahlbeteiligung hätten wir uns natürlich gewünscht.

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