ÖVP entsetzt

"Versklavt", "Diktatorisch'": Wirbel um Wut-Rede von FPÖ-Mandatarin

In der letzten Nationalratssitzung holte die FPÖ-Abgeordnete Katayun Pracher-Hilander zum deftigen Rundumschlag gegen Regierung und Medien aus. Die Konsequenz: Ein Ordnungsruf. 

Am Mittwoch brachte die FPÖ offiziell ihr U-Ausschuss-Verlangen in den Nationalrat ein. Neben der Causa Christian Pilnacek (verstorbener Justiz-Sektionschef) soll auch die Corona-Zeit durchleuchtet werden. Die FPÖ ortet "ÖVP-Machtmissbrauch" und die "Einschüchterung" von Bürgern. 

In der Nationalratssitzung wurde über das Verlangen der FPÖ hitzig diskutiert. Den verbalen Höhepunkt bzw. Tiefpunkt (je nach Standpunkt) erreichte die Debatte dann bei der Rede von FPÖ-Mandatarin Katayun Pracher-Hilander. 

Schlagabtausch mit Bures

Darin sprach die Wirtschaftspsychologin unter anderem von einer "diktatorisch geführten Staatsform" und einer "zentralistisch-diktatorisch geführten Machtstruktur". Die Abgeordnete wurde kurz darauf von der Dritten Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) unterbrochen. Sie bat Pracher-Hilander sich in ihrer "Ausdrucksweise jedenfalls zu mäßigen". 

Daraufhin gab es heftige Zwischenrufe aus den Reihen der FPÖ. Nach einigem Hin und Her bittet die FPÖ-Rednerin ihre Parteikollegen: "Das hat ja System, also lasst sie! Lasst sie, lasst sie, lasst sie!". Schließlich fragt sie die Dritte Nationalratspräsidentin, ob sie nun mit ihrer Rede fortfahren dürfe: Bures trocken: "Ja, wenn Ihre Fraktion Sie reden lässt, können Sie weiterreden". Gelächter bei ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen. Pracher-Hilander konterte und meinte zu Bures: "Ich hatte einmal Respekt vor Ihnen, hatte ich".  

FPÖ-Mandatarin: "Versklavte Medienlandschaft" 

Der Bitte, sich zu mäßigen, kam Pracher-Hilander in ihrer weiteren Rede nicht nach. Im Gegenteil: Sie legte sogar noch nach. Gegen Ende sprach sie gar von einer "versklavten Medienlandschaft", die die Bevölkerung seit fünf Jahren "mit billigster Regierungspropaganda zumüllt". Man werde "hypnotisiert, terrorisiert und erfolgreich traumatisiert mit dem Ziel der absoluten psychischen Zermürbung und Kapitulation der einheimischen Bevölkerung", so die FPÖ-Abgeordnete. 

 


 

Am Ende erteilte Bures der FPÖ-Mandatarin einen Ordnungsruf, da sie die "hier gewählten Abgeordneten des österreichischen Nationalrats als bunte Polit-Papageien" bezeichnete. 

ÖVP: "Diese FPÖ-Dame gefährdet unsere Demokratie"

Via Instagram teilte nun der ÖVP-Abgeordnete Andreas Hanger einen Ausschnitt aus der Wut-Rede von Pracher-Hilander. "Diese FPÖ-Dame gefährdet unsere Demokratie", lautet sein Urteil. Er appelliert: "Die Bedeutung von Medien in der Demokratie ist zentral und unverzichtbar."

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten