In den SPÖ-Länderorganisationen sieht man im Absturz der Sozialdemokraten bei der St. Pölten-Wahl einen Einfluss des Bundes.
In der niederösterreichischen Landespartei spürt man gar einen "eisigen Gegenwind" aus der Bundespolitik. Doch auch die Parteivorsitzenden aus Salzburg und Vorarlberg erkennen "mehr als ein lokales Ereignis". Seitens der burgenländischen Sozialdemokraten hieß es, auch die Bundespartei werde sich mit dem Ergebnis auseinandersetzen müssen.
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Besonders verärgert reagierte die niederösterreichische SPÖ: "Wenn sich selbst ein hocherfolgreicher Bürgermeister dem derzeit eisigen Gegenwind aus der Bundespolitik nicht mehr entziehen kann, dann muss das dort zu denken geben", meinte Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander zur APA. Wenig begeistert auf diese Aussage reagierte Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim. Er verwies im Ö1-"Mittagsjournal" darauf, dass die "Genossinnen und Genossen" mittlerweile von "diese ständigen medialen Zwischenrufen" gestört seien. Parteichef Andreas Babler sah er nicht schuld am enttäuschenden Abschneiden.
Burgenländische SPÖ sieht unterschiedliche Ursachen
Der burgenländische Landesgeschäftsführer Fritz Radlspäck ortete sowohl "lokalpolitische Ursachen" als auch einen bundespolitischen Trend, dies habe auch Bürgermeister Matthias Stadler selbst so gesehen. "Ich gehe davon aus, dass sich sowohl die Parteispitzen vor Ort als auch die Bundespartei mit diesem Ergebnis gründlich auseinandersetzen werden", meinte er in einem Statement auf APA-Anfrage.
Der Kärntner SPÖ-Chef Daniel Fellner erkennt im Ergebnis "eine Strahlkraft weit über die Gemeindegrenzen hinweg". Direkt der Bundespartei eine Mitverantwortung umhängen wollte er nicht. Er tue sich sehr schwer, das zu beurteilen. Aber eine regionale Wahl sei und bleibe in erster Linie eine regionale Wahl.
Der designierte Salzburger SP-Vorsitzende Peter Eder sieht im St. Pöltener Ergebnis "mehr als ein lokales Ereignis". Er ortet einen Vertrauensverlust und Unzufriedenheit in der Bevölkerung, vor allem bei der Teuerung und den Energiepreisen. Er selbst habe immer gesagt, er werde nur in eine Koalition eintreten, in der er sich auch wiederfinde, "sonst büßt man das Vertrauen ein, und das Thema haben wir jetzt", so der Salzburger AK-Chef.
Für Leiter kein "isoliertes lokales Phänomen"
Der Stimmenverlust sei ernst zu nehmen und müsse von der Stadtpartei selbstkritisch aufgearbeitet werden, meinte Vorarlbergs Landesvorsitzender Mario Leiter: "Gleichzeitig wäre es aus meiner Sicht zu kurz gegriffen, das Ergebnis ausschließlich als isoliertes lokales Phänomen zu betrachten. Politische Stimmungen entstehen nicht im luftleeren Raum". Die Inhalte der SPÖ auf Bundesebene seien weiter hoch relevant, war Leiter überzeugt. "Dennoch zeigt sich auch hier, dass politische Kommunikation und Umsetzung messbar bei den Menschen ankommen müssen", so der Vorarlberger SPÖ-Vorsitzende.
Zu keiner Stellungnahme gegenüber der APA war der steirische Landesvorsitzende Max Lercher bereit.