Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck ist am Mittwoch erneut zum Obmann des Wirtschaftsbund Wien gewählt worden. Im Leitantrag finden sich zudem einige pikante Punkte. So soll etwa die Kammerumlage 2 deutlich gesenkt werden.
Wiens Wirtschaftsbund-Chef Walter Ruck wurde am Mittwoch wiedergewählt. Er erhielt 99,18 Prozent (121 von 122) der Stimmen. Im Leitantrag der Landesgruppenhauptversammlung finden sich zudem einige brisante Punkte.
So legt das Papier bereits konkrete Maßnahmen bis 2031 vor, darunter eine Senkung der Kammerumlage 2 (KU2), Schulprojekte sowie eine Verteidigung der Fachgruppenstruktur. Zwar haben die Wirtschaftskammer Österreich und deren neue Präsidentin, Martha Schultz, bereits angekündigt, die Unternehmen um 100 Mio. Euro entlasten zu wollen. Der Wirtschaftsbund Wien wird hier allerdings bereits konkreter. Der Hebesatz der Kammerumlage 2 soll in folgenden Schritten gesenkt werden:
- 2026: 0,24 Prozent (aktuell)
- 2027: 0,22 Prozent
- 2028: 0,20 Prozent
- 2029: 0,18 Prozent
Das entspricht einer Senkung um 25 Prozent.
Der Leitantrag verteidigt zudem die Fachgruppenarchitektur sowie die regionale Verankerung. Des Weiteren steht in dem Papier, dass man sich trotz der Reduktion der KU2 zu den rund 80 Mio. Euro Errichtungskosten für die Vienna Digital School bekennt.
Wirtschaftsbund hält absolute Mehrheit
Im oe24.TV präzisierte der frisch gewählte Wirtschaftsbund-Wien-Chef die Vorhaben: "Wir senken den Landesanteil der Kammerumlage 2, das ist derjenige, den wir selbst bestimmen können, das andere kann ich nicht bestimmen, von derzeit 0,24 Prozent auf die Lohnkosten auf 0,18 Prozent. Das sind 25 Prozent und zwar in zwei Basispunktschritten beginnend ab 1.1.2027". Da der Wirtschaftsbund im Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammern Wien die absolute Mehrheit hält, ist Ruck "davon überzeugt", dass der Vorschlag angenommen wird.
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Zu den Vorwürfen, die zuletzt gegen ihn erhoben wurden, meinte Ruck, dass das Wahlergebnis (99,18 Prozent) diese jedenfalls "beantwortet" habe. Und: "Man muss mit diesen Dingen umgehen. Ich glaube, ich habe mich aus meiner Sicht ausführlich dazu geäußert."