Wäre am Sonntag eine Neuwahl, die amtierende Regierung würde eine Mehrheit knapp, aber doch verfehlen.
Sparen bei den Pensionen ist unpopulär - und jetzt will Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) auch noch bei den Universitäten hineinschneiden. Dass das der Popularität der Ampel-Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS schadet, liegt auf der Hand. Und so läuft die Koalition auch in der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (2.000 Befragte vom 11. bis 19.5., max. Schwankung 2,2 %) der notwendigen Mehrheit im Nationalrat hinterher.
Wäre am Sonntag eine Nationalratswahl, die FPÖ wäre erneut die klare Siegerin. Die Partei von Herbert Kickl wird von Lazarsfeld aktuell mit 37 % bewertet. Gut, vor zwei Wochen waren es noch 38 % gewesen, die Blauen lassen aktuell also einen Prozentpunkt liegen. Das kann ihnen aber herzlich egal sein, denn die Konkurrenz ist meilenweit abgeschlagen.
Ampel fehlen zwei Mandate
Die ÖVP - die mit Christian Stocker ja den Bundeskanzler stellt - kann zwar leicht zulegen, mit 21 % ist sie allerdings 16 Punkte von Platz 1 entfernt, ein Duell zwischen den beiden stärksten Parteien lässt sich also eher nicht ausrufen. Auch die SPÖ - immerhin mehr als 30 Jahre stimmenstärkste Partei des Landes - hat mit der Spitze nichts mehr zu tun, im Gegenteil liegt man mit Andreas Babler nur bei 18 % und verfehlt den Negativ-Rekord nur knapp. Kommen weder ÖVP noch SPÖ in die Nähe ihres Wahlergebnisses vom September 2024, so geht es den NEOS eine Spur besser. Mit 8 % können sie ihr Ergebnis fast halten.
Zusammen ergibt das nur noch 90 Mandate im Nationalrat - um zwei zu wenig, um zu regieren.
Deutlich besser als im September 2024 liegen indes die Grünen: mit 11 % haben sie die NEOS überholt, die Opposition tut also nicht nur der FPÖ gut, sondern auch der Truppe von Leonore Gewessler.