Gerichtsstreit

Skinheads tunken Strache ein

Im Prozess um „Am Schauplatz“-Doku bezeichnet Skin Strache als „Oa***“.

Es ging durchaus deftig zu bei der gericht­lichen Auseinandersetzung zwischen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Ed Moschitz. Der ORF-Reporter hat Strache wegen übler Nachrede verklagt.

Diashow: HC Strache in Wien vor Gericht

FPÖ-Chef HC Strache muss in Wien vor Gericht erscheinen.

Er muss sich wegen übler Nachrede verantworten.

Geklagt hat ihn ORF-Redakteur Moschitz.

Es geht um die "Schauplatz"-Affäre.

In den Zeugenstand ge­rufen wurden die beiden Skinheads, die klären sollten, ob bei einer FPÖ-Veranstaltung auf Drängen von ORF-Reporter Moschitz ein „Sieg Heil“-Sager fiel, wie Strache das Moschitz vorgeworfen hatte. Doch das stritten beide ab. Zeuge Philipp R.: „Ich schwöre bei meinem toten Hund, dass ich weder ‚Heil Hitler‘ noch ‚Sieg Heil‘ gesagt habe.“ Was er heute von Strache halte, wollte der Richter wissen. „Nix mehr, er ist ein Oa***loch“, so R. in Richtung des FPÖ-Chefs.

Der zweite Skin Kevin M. gab an, Strache sei ihm ­„wuascht wie jeder andere auch“. „Sieg Heil“ habe er nicht gesagt. M. hatte in seiner später widerrufenen ersten Einvernahme durch den Verfassungsschutz angegeben, dass der Sager gefallen sei. „Die haben mich unter Druck gesetzt. Sitzen Sie einmal vier Stunden dort“, so M. zu Richter Stefan Apostol. Deshalb habe er „ziemlich viel gelogen“.

FPÖ will jetzt ehemaligen ORF-Redakteur als Zeugen
Strache blieb dabei, „Sieg Heil“ deutlich gehört zu haben. Er sei nur zwei Meter daneben gestanden „Da hat es in meinem Kopf gerattert“, so der FPÖ-Obmann. „Wie reagier’ ich da jetzt richtig?“ Auf dem Band der Am Schauplatz-Doku sei der Sager nicht, weil das Band innerhalb einer Nacht manipuliert wurde. Als Tipp-Geber aus dem ORF nannte Strache den ehemaligen ORF-Chefredakteur Walter Seledec. Er gilt als FPÖ-nah und soll beim nächsten Termin als Zeuge aussagen.

Moschitz wies die Manipulation zurück. Er habe in seinem Keller nur „Tixo und Gartenschere“. „Sieg Heil“-Sager seien keine gefallen, er habe niemanden dazu aufgefordert. Moschitz’ Anwältin regte an, dass sich die Korruptionsstaatsanwaltschaft mit den Vorgängen rund um den Verfassungsschutz und mögliche Zusammenhänge mit der FPÖ beschäftigen solle. Vertagt, Urteil später.



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