Am Sonntagabend war Kinder- und Jugendanwältin Johanna Fellinger zu Gast in der "ZiB2".
Warum sie gegen ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ist, erklärte am Sonntagabend Kinder- und Jugendanwältin Johanna Fellinger in der "ZiB2".
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Ihr liege ein "effektiver und wirksamer Kinderschutz sehr am Herzen", weshalb sie auch nicht "prinzipiell dagegen" sei. Aber: Es gebe bereits Regeln, die man bestärken sollte. Sie halte nichts von "zusätzlichen Verboten".
Auch in Australien - dort müssen die Social-Media-Konzerne ein Alterslimit kontrollieren - gebe es viele Möglichkeiten, das Verbot "zu umgehen", so die Kinderanwältin. Ein wirklich "wirksamer Schutz geht vor allem auch Hand in Hand mit effektiver Medienbildung".
Alko-Vergleich hinkt
Der Vergleich mit Alkohol oder Nikotin, das für Kinder und Jugendliche ja verboten ist, hinke zudem, so Fellinger. Denn während Alkohol und Nikotin ausschließlich schlechte Auswirkungen hätten, können digitale Medien auch positive Aspekte haben, vor allem wenn sie gut begleitet seien, so die Kinderanwältin.
Zudem sei die Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen aktuell erstmals "leicht rückläufig". Dafür sehe man einen Anstieg bei Künstlicher Intelligenz. Dementsprechend werde man wohl in einem Jahr die gleiche Debatte über KI-Dienste haben, vermutete Fellinger.