Strache: "Merkel wie Diktatorin"

ÖSTERREICH-Interview

Strache: "Merkel wie Diktatorin"

FP-Chef hofft auf Wahlsieg von Berlusconi und übt Kritik an Angela Merkel.

FP-Chef Heinz-Christian Strache hofft, dass Berlusconi die Italien-Wahl gewinnt und aus dem Euro austritt. Und er übt Kritik an der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel:

ÖSTERREICH: Heute wählt Italien. Hoffen Sie eigentlich darauf, dass Silvio Berlusconi gewinnt?
Heinz-Christian Strache: Berlusconi hat mit seiner Kritik, dass Angela Merkel eine Diktatorin sei, die die EU unter ihr Spardiktat stellt, im Kern recht. Das wird wohl auch bei den italienischen Wählern ankommen.

ÖSTERREICH: Das heißt, Sie wollen, dass er gewinnt?
Strache: Ja, wir unterstützen Berlusconis Kurs in den EU-Fragen. Er fordert den Austritt Italiens aus dem Euro und ein Ende der von Deutschland diktierten EU-Politik. Wenn er seine Versprechen auch nur teilweise halten will, muss er Italien aus dem Euro führen. Und das wäre gut.

ÖSTERREICH: Weil Sie dann hoffen, dass auch die übrigen Südländer aus der Eurozone austreten?
Strache: Natürlich wäre das beispielgebend und der Beginn eines richtigen Prozesses, der dann auch zum Austritt von Griechenland und Spanien führen würde. Deswegen reagieren ja Berlin und Brüssel bereits so panisch. Merkel hat ja versucht mit ihren Warnungen vor Berlusconi, sich in die Wahl in Italien einzumischen. Das ist eine völlig unzulässige Einflussnahme und zutiefst undemokratisch.

ÖSTERREICH: Sollte sich die österreichische Politik dann mehr von Merkel abkoppeln?
Strache: Faymann betet ohnehin Hollande an. Und hält sich nur an die Vorgaben aus Paris. Dass Merkel die Interessen der deutschen Steuerzahler schützen will, ist ja verständlich. Nur sie macht es nicht ausreichend. Wäre sie 
konsequent und ehrlich, 
müsste sie aus dem Euro raus und Deutschland wieder zur D-Mark führen.

ÖSTERREICH: Und Österreich soll zurück zum Schilling?
Strache: Die Ursache der Krise ist, dass schwache Volkswirtschaften in die Eurozone genommen wurden. Das muss man endlich eingestehen. Es sollte einen Nordeuro geben. Falls das nicht geht, muss man in letzter Konsequenz zum Schilling zurück.

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