Das sagt ÖSTERREICH

Das große Theater um die Ausgangsbeschränkungen

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Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner zu den harten Maßnahmen in der Corona-Krise.

oe24.TV und oe24.at haben Freitagvormittag – in aller gebotenen Vorsicht – exklusive Informationen veröffentlicht, wonach die Regierung im Krisengipfel mit den Landeshauptleuten die Möglichkeit von Ausgangsbeschränkungen vorgeschlagen hat.

Einige journalistische Langschläfer, wie der Chefredakteur eines Kleinformats, haben uns daraufhin „Panikmache“ vorgeworfen – nur weil wir wie üblich ­besser und schneller in­formiert waren als die in die Jahre gekommene Schnarch-Zeitung.

Fast alle Österreicher 
haben Verständnis dafür

In Wahrheit hat unsere ­Regierung natürlich schon Freitag den völlig richtigen Vorschlag gemacht, die unnötigen privaten Ausgehzeiten zu begrenzen.

Gerade an so prachtvollen Frühlingstagen wie derzeit muss man – wie die meisten anderen EU-Länder auch – den Ausgang ins Freie beschränken, weil sich die Menschen sonst in Parks, Schanigärten oder ins Freie begeben. Und damit die Ansteckungsgefahr noch mehr steigt.

Fast alle Österreicher haben Verständnis dafür, dass es in schweren Zeiten besonders konsequente Maßnahmen braucht. Wir müssen jetzt das Virus stoppen. Und wir alle werden gerne zu Hause bleiben, wenn das der Eindämmung der Corona-Pandemie dient.

Besonders unsinnig und kontraproduktiv ist es deshalb, wenn sich unser ­Gesundheitsminister noch Samstagmittag (!) ins Mittagsjournal stellt und Ausgangsbeschränkungen „auch für die Zukunft ausschließt“. Und ihm der Innenminister mit „Es wird keine Ausgangssperren geben, das sind Fake News“ sekundiert – und das nur einen Tag, nachdem genau das mit den Landeshauptleuten lange und ausführlich diskutiert wurde.

Politiker müssen ehrlich und richtig informieren

Politiker müssen und sollten in Zeiten wie diesen ehrlich sein und richtig ­informieren. Fehlinfor­mationen – auch wenn sie noch so gut gemeint sind – darf es nicht geben.

Hätte die Regierung gleich am Freitag ihre schon länger geplante Ausgangsbeschränkung verkündet, hätte es natürlich – genauso wie gestern – keine Panik, sondern viel Verständnis gegeben. Und wir hätten uns so manche Ansteckung am Wochenende erspart.

Bitte jetzt keine Notlügen und kein Zaudern mehr

Die Regierung muss jetzt schnell und konsequent handeln. Keine „Notlügen“ bitte – und kein Zaudern und Zögern mehr.

Die Österreicher tragen alle Maßnahmen mit einem Höchstmaß an Soli­darität mit. Und das ist wunderbar so.

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