Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

Das sagt Österreich

Eine Politiker-Reise wird zur Provokation

Nächste Woche sperrt die Republik Österreich für eine Woche zu.

Der Präsident, der Kanzler und der Vizekanzler starten ein Wettrennen der besonderen Art: Wer hat den schönsten USA-Trip?

Was kümmert uns die Euro-Krise? Wen betrübt das Griechen-Drama? Bei unserer Konjunktur brennt der Hut – aber alle Regierungs-Chefs verreisen gleichzeitig nach New York.

Natürlich ist die Eröffnung einer UN-Generalversammlung wichtig. Natürlich ist es gut, wenn Österreich für einen eigenen Staat Palästina eintritt. Aber Hand aufs Herz: Ein heimischer Top-Politiker (Kanzler oder Außenminister) hätte bei der UNO vollauf genügt.

Natürlich ist es gut, wenn unsere Regierungsspitze in der Außenpolitik aktiv wird – aber die Zeiten sind zu ernst, um einem Koch in New York Orden zu verleihen.

Wir können es uns derzeit nicht leisten, die Republik eine Woche zuzusperren und unsere Top-Politiker auf Steuerkosten zu abgetakelten Ex-Politikern wie Ronald Lauder oder Arnie zu schicken.

Wir brauchen eine Einigung zur Steuerreform, neue Gesetze gegen Korruption, vor allem ein Konjunktur-Programm gegen die Krise.

Da wirkt diese absurde Reise zur UNO fast wie eine Provokation.

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