Zuwanderung nach Österreich im Vorjahr deutlich gesunken

Rückgang

Zuwanderung nach Österreich im Vorjahr deutlich gesunken

Statistik Austria: "Wanderungssaldo" verringerte sich um 43 Prozent.

 Die Zuwanderung nach Österreich ist im Jahr 2016 deutlich zurückgegangen: Der sogenannte "Wanderungssaldo" mit dem Ausland (Zuzüge minus Wegzüge) lag bei plus 64.676 Personen. 2015 betrug die Nettozuwanderung noch 113.067 Personen. Gegenüber dem Jahr 2015 bedeutet das einen Rückgang um 43 Prozent, wie die Statistik Austria am Dienstag in ihrer "Wanderungsstatistik" bekannt gab.

Der Wanderungssaldo von 64.676 Personen setzte sich im Vorjahr aus 174.310 Zuzügen und 109.634 Wegzügen zusammen. Der Saldo der Nicht-Österreicher betrug dabei insgesamt plus 69.720 Personen. Bei den Österreichern gab es - dem langjährigen Trend folgend - erneut ein Minus (5.044 Personen). Der Zuwachs bei ausländischen Staatsangehörigen verteilte sich 2016 nahezu je zur Hälfte auf Angehörige von EU-/EFTA-Staaten (plus 34.349 Personen) und Drittstaatsangehörige (plus 35.371).

Die Verringerung der Zuwanderung gegenüber 2015 war vor allem durch den Rückgang bei Drittstaatsangehörigen begründet: Gegenüber 2015 betrug er in dieser Gruppe 54 Prozent. Insbesondere der Zuzug aus Afghanistan (minus 52 Prozent bei einem positiven Saldo von 8.992 Personen) und Syrien (minus 64 Prozent, plus 7.839 Personen) verringerte sich deutlich. Dennoch waren die beiden Länder jene mit den größten Wanderungs-Saldi bei den Drittstaaten.

Unter den Angehörigen der EU- und EFTA-Staaten war der Wanderungssaldo bei Staatsangehörigen Rumäniens (plus 7.531 Personen) am höchsten, gefolgt von Ungarn (plus 5.972) und Deutschen (plus 5.442). Insgesamt verringerte sich der Saldo bei dieser Gruppe um rund 17 Prozent. Der Zuzug aus europäischen Nicht-EU-Staaten belief sich insgesamt nur auf ein Plus von 8.097 Personen.

Der Anteil der Nicht-Österreicher an der Gesamtbevölkerung lag Anfang 2017 bei 15,3 Prozent. Von den rund 1,34 Millionen Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit stammt knapp die Hälfte aus anderen EU- und EFTA-Staaten (49,5 Prozent bzw. 664.729 Personen). Die Gruppe der Drittstaatsangehörigen umfasste 677.201 Personen bzw. 50,5 Prozent aller ausländischen Staatsangehörigen.

Die größte Gruppe der EU/EFTA-Ausländer waren Anfang 2017 deutsche Staatsangehörige (13,5 Prozent bzw. 181.618 Personen), gefolgt von Rumänen (92.095), Kroaten (73.334) und Ungarn (70.584). Unter den Nicht-EU-Staatsangehörigen in Österreich war die Gruppe der Serben (118.454 Personen) die größte, gefolgt von türkischen (116.838 Personen) und bosnischen Staatsangehörigen (94.611 Personen). Staatsangehörige aus Afghanistan und Syrien, die zu großen Teilen erst seit 2015 zugewandert waren, machten mit 45.259 beziehungsweise 41.672 Personen die größten außereuropäischen Nationalitäten aus.

Wien bleibt laut Statistik Austria das wichtigste Ziel der internationalen Zuwanderung: Ein Drittel (32,7 Prozent) des Wanderungssaldos 2016 (plus 21.139 Personen) entfiel demnach auf die Bundeshauptstadt. Ebenfalls hohe Wanderungsgewinne aus dem Ausland verzeichneten Oberösterreich (plus 11.118), Niederösterreich (plus 7.044) und die Steiermark (plus 6.343 Personen).
 

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