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Sonntags-Öffung

"Sonntags-Rebellen" sperrten erneut auf

Die "Sonntags-Rebellen" haben erneut ihre Läden aufgesperrt. Auch am Graben hielten einige Geschäfte offen.

Trotz des bestehenden Verbots haben in Wien heute, Sonntag, wieder einige Geschäfte offen gehalten. Nicht nur die vom vergangenen Sonntag bekannten "Ladenöffnungsrebellen" rund um die Goldschmiedgasse sperrten auf: Um die Mittagszeit verkauften auch am Graben einige Händler ihre Waren. Das Marktamt führte die angekündigten Kontrollen durch und drohte mit Anzeigen.

Rebellen-Trio
In der City war es erneut das Kaufleute-Trio Ernst Fischer, Thomas Krenslehner und Thomas Singer, das insgesamt fünf Boutiquen unweit des Stephansdoms offen hielt. "Es läuft gut", so Fischer: "Bis jetzt habe ich nur an Touristen verkauft, und das sind auch die Kunden, die wir anstreben." Der Umsatz entspreche ungefähr einem normalen Samstag.

Auch kommenden Sonntag will der Geschäftsmann, der nach eigenen Angaben bei der Aktion ausschließlich Familienmitglieder beschäftigt, wieder aufsperren. Fischers Ziel ist es, einen einjährigen Test mit Öffnung von 13.00 bis 19.00 Uhr an jedem ersten Sonntag des Monats sowie an den Vorweihnachts-Wochenenden zu erreichen.

Zeit reif?
Fischer plädierte für das freie Unternehmertum, deshalb sollte es auch keine räumliche Einschränkung des Tests geben: "Es geht darum, dass man darf. Müssen tut niemand." Auch wegen der positiven Kundenresonanz habe er den Eindruck, dass die Zeit für die Sonntagsöffnung reif sei. Allerdings lasse er sich auch eines Besseren belehren. "Wir wären die ersten, die wieder zusperren, wenn wir sehen, es rentiert sich nicht", so Fischer.

MA59 bestraft
Das Marktamt (Magistratsabteilung 59) ließ unterdessen in ganz Wien seine Mitarbeiter ausschwärmen, um Verstöße gegen die Ladenöffnungsregelungen zu registrieren und zu ahnden. "Es müssen alle darauf gefasst sein, dass sie erwischt werden", betonte die Chefin des Marktamtes, Adelheid Sagmeister. Je nach Schwere des Delikts setze es Organmandate oder Anzeigen. Die Höhe der Strafe könne im Wiederholungsfall bis zu 1.090 Euro betragen.

Video-Interviews
oe24.at wollte es genau wissen und fragte via Video-Interviews in der Wiener Innenstadt nach. Überraschendes Ergebnis: Konsumenten können sich sehr wohl mit einer Feiertags-Öffnung anfreunden. Aber die Geschäfsleute wollen nicht. Weder Inhaber, noch Angestellte der noblen Innenstadtshops können sich für die Idee, auch an Sonntagen ihre Läden offenzuhalten, recht begeistern.

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