Christian Eriksen im Einsatz für Dänemark

EM-Auftakt gegen Finnland

Geheimtipp Dänemark startet im Skandinavien-Duell

'Danish Dynamite' genießt in allen Gruppenspielen den Heimvorteil - Finnland hat nichts zu verlieren und kann mutig aufspielen.

Dänemark bestreitet alle seine drei Gruppenspiele bei der Fußball-Europameisterschaft im Parken-Stadion von Kopenhagen. Im ersten Auftritt ist am Samstag (ab 18.00 Uhr im Sport24-LIVE-Ticker) Finnland der Gegner. Der Endrunden-Debütant müsste schon über sich hinauswachsen, um im Rennen um die Achtelfinalplätze ein entscheidendes Wort mitzureden. In Dänemark hält man das aktuelle Team hingegen für das qualitativ stärkste seit dem Sensationscoup bei der EM 1992 - und will hoch hinaus.

"Diese Mannschaft kann große Teams schlagen", sagte der frühere Dortmund-Stürmer Flemming Povlsen in einem Interview vor dem Turnierstart. Was die Klasse der einzelnen Spieler betrifft, kann dem klaren Favoriten Belgien in der Gruppe B am ehesten noch Dänemark das Wasser reichen. Mit Torhüter Kasper Schmeichel (34) von Leicester City, Kapitän Simon Kjaer (32) von AC Milan und Spielmacher Christian Eriksen (29) von Inter Mailand bilden drei Weltklasse-Akteure die zentrale Achse.

Als weitere gestandene Legionäre hat Trainer Kasper Hjulmand Pierre Emile Höjbjerg (Tottenham), Martin Braithwaite (FC Barcelona), Thomas Delaney (Borussia Dortmund), Yussuf Poulsen (RB Leipzig), Andreas Christensen (Chelsea) und Jannik Vestergaard (Southampton) im Talon. Im Sturm könnte der junge, unter anderem von Liverpool umschwärmte Jonas Wind vom FC Kopenhagen die perfekte Ergänzung zu Eriksen sein.

ÖFB kassierte 0:4-Klatsche gegen Dänen

Wie explosiv das "Danish Dynamite" ist, mussten rot-weiß-rote Fußballfans am 31. März beim 4:0-Sieg der Skandinavier in der WM-Qualifikation gegen Österreich in Wien anerkennen. Vor eigenem Publikum soll für die Dänen noch mehr gehen. Für 25.000 Zuschauer gibt es aktuell das Pouvoir der lokalen Behörden, die können jedoch erst in den folgenden Gruppenpartien gegen Belgien (17. Juni) und Russland (21. Juni) sowie im ebenfalls in Kopenhagen angesetzten Achtelfinale (28. Juni) erreicht werden. Wie der dänische Verband am Freitag mitteilte, war die Zeit für die Umstellung zu knapp. Gegen Finnland bleibt die Obergrenze daher bei 15.900.

"Ich glaube, die dänischen Fans im Parken können das Zünglein an der Waage sein", bekannte Hjulmand. "Das Parken-Stadion hat etwas Spezielles an sich, das dem Heimteam wirklich einen zusätzlichen Schub geben kann", sagte Abwehrspieler Mathias "Zanka" Jörgensen, der unweit vom Stadion aufwuchs und dessen Verein FC Kopenhagen dort Gastgeber ist.

Finnland hat in der EM-Qualifikation etwa Griechenland und Bosnien-Herzegowina hinter sich gelassen und in einem Test den Weltmeister Frankreich überrascht. Die Taktik des Außenseiters steht und fällt mit dem Vollstrecker im Angriff: Teemu Pukki, der Stürmer vom englischen Premier-League-Aufsteiger Norwich, schoss in der EM-Qualifikation zehn der 16 finnischen Tore. Zuletzt schlug sich der Ex-Schalker mit einer Knöchelverletzung herum. Wie gut er sich davon erholt hat, wird entscheidend sein. Lukas Hradecky von Bayer Leverkusen und Glen Kamara von den Glasgow Rangers heißen andere Stützen.

Finnland-Coach als Schlüsselfigur

Einer der Schlüssel für die erfolgreiche Qualifikation war Trainer Markku Kanerva. Seit der ehemalige Nationalspieler und Volksschullehrer 2016 übernommen hat, ging es aufwärts. "Er hat eine sehr hohe Sozialkompetenz, seine Coaching-Philosophie basiert auf einer starken Wertebasis und klaren Rollen für die Spieler auf dem Spielfeld", sagte Sportdirektor Hannu Tihinen, der an den Aufstieg in die K.o.-Phase glaubt. "Wir sind sehr schwer zu überwinden, und mit Geschlossenheit können wir weit kommen. Dass wir auch große Länder schlagen können, haben wir mit dem 2:0-Auswärtssieg gegen Frankreich im letzten Jahr bewiesen."

Dass die Finnen seit November 2020 kein Spiel mehr gewonnen haben, beunruhigt auch Tormann Hradecky nicht. "Klar wissen wir, dass es schwierig wird. Aber wir fahren nicht zur EM, um nur daran teilzunehmen", meinte der 31-Jährige mit slowakischen Wurzeln. "Wir sind keine Scheiß-Mannschaft. Wir sind nicht so schwach, wie man denkt. Wir können auch einen großen Gegner schlagen.