Austria blamiert sich gegen St. Pölten

2:0 für SKN

Austria blamiert sich gegen St. Pölten

St. Pölten spritzig und mit neuem Selbstbewusstsein, Austria fehleranfällig und verunsichert.

Je unwahrscheinlicher das Szenario einer Relegation wird, desto besser kommt der SKN St. Pölten in Form. Am Sonntag feierte das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga mit einem 2:0 (1:0) gegen die Wiener Austria den zweiten Sieg nacheinander und den überhaupt erst vierten in dieser Saison. Die auf Platz sieben abgerutschte Austria erlitt die fünfte Niederlage in den jüngsten sechs Spielen.

Nach St. Pöltens Führung durch Shootingstar Robert Ljubicic (7.) brauchte die Austria lange, um ins Spiel zu finden. Zahlreiche Eigenfehler zeigten die Verunsicherung der Violetten auf. Die Chance auf den Ausgleich ließ Alexander Grünwald aus, der Kapitän setzte in der 45. Minute einen Foulelfmeter an die Stange. Nach dem Seitenwechsel war es für kurze Zeit ein offener Schlagabtausch. Der starke David Atanga (66.) stellte auf 2:0, dabei blieb es bis zum Schluss.

Dass St. Pölten die Liga als Letzter beenden wird, steht schon seit einigen Wochen fest. Es zeichnet sich ab, dass der SKN aber trotzdem auch nächstes Jahr in der Bundesliga spielen wird. Dass der TSV Hartberg, der in der Erste Liga wohl in den Top drei landen wird, noch die Lizenz für die oberste Spielklasse erhält, wird nämlich immer unrealistischer.

St. Pölten mit schnellem Tor

St. Pölten nahm gleich zu Beginn das Heft in die Hand. Ein grober Schnitzer von Michael Madl an der Mittellinie bedeutete freie Bahn für Atanga, der alleine aufs Austria-Tor zog. Nach der Abwehr von Patrick Pentz war Ljubicic im zweiten Versuch erfolgreich. Keine vier Minuten später bot sich den "Wölfen" die nächste Chance: Nach einem katastrophalen Fehlpass von Mohammed Kadiri traf Daniel Luxbacher aus 18 Metern die Stange.

Austria-Trainer Thomas Letsch verzichtete erneut auf Raphael Holzhauser und Felipe Pires, die den Club verlassen werden. Tarkan Serbest saß auf der Bank, Kevin Friesenbichler und Christoph Monschein fehlten verletzt. Im Sturmzentrum begann Amateure-Torjäger Alexander Frank. Bei St. Pölten vertraute Coach Dietmar Kühbauer mit einer Ausnahme der zuletzt schon gegen Altach erfolgreichen Elf: Sandro Ingolitsch ersetzte den angeschlagenen Martin Rasner links in der Viererkette.

Kein Ausgleich wegen Abseits

Erstmals gefährlich wurde die Austria nach einer Viertelstunde durch Lucas Venuto, der sich auf der linken Seite durchtankte. Sein Schuss brachte St. Pöltens Schlussmann Christoph Riegler aber nicht in Gefahr. Der Brasilianer verletzte sich später an der Schulter und wurde in der 39. Minute durch Jin-hyun Lee ersetzt.

Fast bekam der Südkoreaner noch den Ausgleich zu sehen: Nach einem Zweikampf von David Stec mit Thomas Salamon zeigte Schiedsrichter Andreas Heiß auf den Punkt, Grünwald scheiterte aber. Kurz zuvor hatte Salamon (38.) den Ball im Tor untergebracht, Heiß verwehrte dem Treffer jedoch wegen einer angezeigten Abseitsstellung die Anerkennung.

St. Pölten stets gefährlich

Die Austria hatte mittlerweile klare Vorteile, St. Pölten war aber über Konter stets gefährlich. Luan (61.) drosch den Ball nach einer Kopfball-Verlängerung über das Tor, auf der Gegenseite wehrte Riegler gegen den eingewechselten Dominik Fitz (62.) ab. Ein erneuter Ballverlust der Wiener leitete das 2:0 ein: Luan spielte genau in den Lauf des pfeilschnellen Atanga, der Pentz mit einem zentimetergenauen Abschluss im Strafraum keine Chance ließ. Im Finish wurde der Torschütze wegen einer Verletzung ausgewechselt.

Die Austria fand in der verbleibenden Zeit kein Mittel, um sich wirkungsvoll gegen die Niederlage zu stemmen. Die neu zusammengewürfelte Truppe besaß offensiv zu wenig Durchschlagskraft, St. Pölten spielte die Partie souverän zu Ende. In der letzten Runde müssen die Wiener im Heimspiel gegen Meister Salzburg in Wiener Neustadt um ein versöhnliches Ende der Saison kämpfen.

Meinungen: "Hängen in der Scheiße drin"

Dietmar Kühbauer (Trainer St. Pölten): "Es ist nicht selbstverständlich, dass du zwei Spiele hintereinander gewinnst. Wir haben eigentlich ein passables Spiel gemacht. Es freut mich für die Mannschaft, dass sie es eigentlich ganz gut gemacht hat, bis auf ein paar Kleinigkeiten."

Thomas Letsch (Trainer Austria): "Wir hängen in der Scheiße drin, man kann es nicht anders sagen. Es kommt alles zusammen, das soll aber keine Ausrede sein. Unterm Strich merkt man der Mannschaft an, es sind alle verunsichert. Es wird Zeit, dass die Saison zu Ende geht. Die Mannschaft strotzt nicht vor Selbstbewusstsein. Die Saison ist durch, die Saison wird sicherlich nicht als Highlight in die Geschichte der Austria eingehen. Es ist ein Zusammenspiel aus Verunsicherung und ein paar anderen Faktoren, dass wir nicht einmal St. Pölten schlagen können."