Trotz des enttäuschenden 0:0 ist Coach Domenech mit der Leistung zufrieden.
Die Vorbehalte gegen Teamchef Raymond Domenech sind nach Frankreichs mattem Fußball-WM-Auftakt am Freitag gegen Uruguay nicht weniger geworden. Nach der WM 2006 und der EM 2008 sind die Franzosen bereits zum dritten Mal in Serie mit einem 0:0 in ein Großereignis gestartet. Domenech verteidigte den Auftritt seiner Equipe, die in Kapstadt nach der Gelb-Roten Karte für den "Uru" Nicolas Lodeiro (81.) auch in Überzahl den Bann nicht brechen konnte: "Wir haben als Team gut funktioniert, aber leider unsere Chancen nicht verwertet."
Typischer Start
2006 in Deutschland hatten die Franzosen die WM
mit einem 0:0 gegen die Schweiz begonnen, waren danach aber - vor allem dank
Zinedine Zidane - bis in Finale vorgestoßen. 2008 hatte das EM-Debakel mit
einer Nullnummer gegen Rumänien begonnen, es folgte mit nur einem Punkt und
einem erzielten Tor das Out in der Vorrunde. Seitdem steht Domenech unter
Beschuss.
Offensive Ausrichtung
Der Chefcoach, der nach dem Turnier von
Laurent Blanc abgelöst wird, zeigte seinen Willen für ein attraktiveres
Spiel mit der Umstellung seines Systems von 4-2-3-1 auf 4-3-3, doch Uruguays
Abwehrbeton war zu dick. Superstar Thierry Henry saß bei den Franzosen bis
zur 73. Minute auf der Bank, doch der ihm vorgezogene Nicolas Anelka
überzeugte wenig.
"Vielleicht waren wir nicht ruhig und präzise genug, um den gut verteidigenden Gegner zu überwinden. Uruguay ist sehr solide, das wird man auch in den nächsten Spielen sehen", analysierte Domenech. Auch wenn trotz Frank Ribery ein neuer Zidane nicht zu sehen ist, einen würdiger Nachfolger für Patrick Vieira könnte Frankreich in Abou Diaby gefunden haben. Der kraftvolle 24-Jährige überzeugte im französischen Mittelfeld. "Wir haben alles gegeben, leider hat es nicht zum Sieg gereicht", erklärte der Arsenal-Legionär.
Tapfere Urus
Uruguay präsentierte sich als tapferer, aber
spielerisch limitierter Außenseiter. Das Spiel ist zugeschneidert auf Diego
Forlan, der die wenigen sich bietenden Chancen verwerten soll. Die fand er
auch diesmal vor, doch der Starstürmer von Europa-League-Sieger Atletico
Madrid verfehlte sein Ziel. "Es war das erwartet harte Match", meinte
Teamchef Oscar Tabarez, der offensichtlich gar keine Abwehrschlacht liefern
wollte. "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit dem Spiel nicht. Wir hatten
eine völlig andere Idee, wie wir auftreten wollten", so Tabarez.
Die nächste Chance, es besser zu machen, bietet sich am Mittwoch gegen Südafrika, am Donnerstag spielt Frankreich gegen Mexiko.