Christian Horner

Nach Formel-1-Final-Thriller

"Eine Schande": Red-Bull-Teamchef attackiert Mercedes

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Max Verstappen ist der neue Formel-1-Weltmeister, aber Mercedes geht dagegen vor.

Abu Dhabi. Auf den letzten Metern des letzten Rennens einer verrückten Saison hat sich Max Verstappen erstmals zum Formel-1-Weltmeister gemacht. Der Red-Bull-Pilot gewann am Sonntag in Abu Dhabi nach einem umstrittenen Finish vor Lewis Hamilton, den er aber erst in der letzten Runde überholte und sich damit doch noch den schon verloren geglaubten Titel sicherte. Verstappen wäre der erste Red-Bull-Champion seit 2013. Mercedes blieb nur der Konstrukteurs-Titel.

"Wäre" deshalb, weil Ergebnis und WM-Entscheidung wegen zwei letztlich abgelehnten Einsprüchen von Mercedes nach dem kontroversiellen Renn-Ende zwar vier Stunden nach Rennende offiziell waren. Mercedes überlegt aber, gegen ein ablehnendes Urteil weiter vorzugehen – es gibt Berufung. Mercedes wollte gegenüber den Medien nichts zu dem Vorfall sagen. Teamchef Toto Wolff sagte alle Medienanktivitäten ab – anders die Red-Bull-Chefs um Teamchef Christian Horner und Motorsportchef Helmut Marko. 

Teamchef Horner sagte gegenüber "BBC": "Wir wollten nie vor den Stewards landen. Wir gehen nicht mit Anwälten ins Rennen. Es war eine Schande, dass es so weit gekommen ist, aber die Stewards haben die richtige Entscheidung getroffen."

Motorsportchef Helmut Marko sagte in Richtung Mercedes: "Es war einem WM-Finale unwürdig, das es so herausgezögert wurde. Wenn man solche Einsprüche einlegt, spricht das über die Gesinnung eines unwürdigen Verlierers." Ob es personelle Änderungen bei den Renn-Schiris geben müsse? Marko: "Das ist an und für sich nicht unsere Aufgabe. Aber nachdem so viele Fehler und hinterfragungswürdige Entscheidungen gefällt werden, besteht sicher großer Handlungsbedarf. Jetzt kommt ja ein neuer Präsident, der müsste als Erstes hier ansetzen. Und sicher, die Stewards sind auf alle Fälle zu hinterfragen."

Thriller um Formel-1-WM

Hamilton hatte Pole-Mann Verstappen schon am Start überholt und führte trotz mehrerer Rückschläge bis kurz vor Schluss souverän, was den achten Titel für den Briten bedeutet hätte. Dann aber löste der Unfall des Williams-Piloten Nicholas Latifi eine Safety-Car-Phase aus, die letztlich alles auf den Kopf stellte und das Blatt doch noch zugunsten Verstappens wendete. Der Niederländer überholte dank frischer Reifen Hamilton in der letzten Runde und gewann.

Der Mercedes-Protest gegen ein unerlaubtes Überholmanöver von Verstappen vor dem Restart zur letzten Runde wurde von den Stewards an der Rennstrecke zwar ebenso abgelehnt wie die Beeinspruchung des Rennausganges wegen Verletzung eines Protokolls zum Safety Car. Ob man gegen das zweite Urteil der Renn-Stewards nun aber an höherer Stelle vorgehen werde, würde überlegt werden, hieß es von Mercedes noch Sonntagnacht. Die Absicht wurde jedenfalls deponiert, die Unsicherheit blieb damit.

Woran sich Mercedes stößt?

Rennleiter Michael Masi hatte in der entscheidenden Safety-Car-Phase fünf überrundeten Fahrern trotz zunächst gegenteiliger Ankündigung das Überholen erlaubt, womit Verstappen plötzlich wieder direkt hinter Hamilton war. Sonst hätte der Niederländer in der letzten Runde zuerst diese fünf Fahrzeuge überholen müssen, um an Hamilton heranzukommen.

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