Karateka Bettina Plank jubelt über ihren Finaleinzug bei Olympia

"Bin so glücklich"

Karateka Plank hat Medaille fix

Eine Olympia-Medaille kann Karateka Bettina Plank keiner mehr nehmen - nur welche Farbe sie hat ist noch offen.

Österreichs Karateka Bettina Plank hat ihre einzige Chance genützt, jemals eine Olympiamedaille im Karate zu gewinnen. Beim Debüt der neuen Sportart, die aber bereits 2024 in Paris nicht mehr im Programm ist, zog sie in der Kumite-Gewichtsklasse bis 55 kg in das Halbfinale ein. Mit zwei Siegen, einer Niederlage und einem Unentschieden schaffte sie als Zweite im Fünferpool den Aufstieg, es wartet die Bulgarin Iwet Goranowa (13.22 Uhr MESZ).

Bei einem Sieg geht es in den Goldkampf weiter, bei einer Niederlage ist Bronze fix. Es ist das sechste Edelmetall für das ÖOC-Aufgebot in Japan. Zuvor hatte Anna Kiesenhofer für das 75-köpfige ÖOC-Team sensationell Gold im Rad-Straßenrennen erobert. Dazu gab es Silber im Judo durch Michaela Polleres (bis 70 kg) sowie Bronze für deren Teamkollege Shamil Borchashvili (bis 81 kg), Magdalena Lobnig im Ruder-Einer und Lukas Weißhaidinger im Diskuswurf.

Auftakt-Pleite gegen Japanerin

Plank begann mit einer 2:6-Niederlage gegen die japanische 2018-Weltmeisterin Miho Miyahara, ließ dann aber einen 4:3-Erfolg gegen die Kasachin Moldir Schangbyrbay folgen. Es folgte ein 0:0 gegen die Ukrainerin Anschelika Terliuga und ein 3:1-Sieg gegen die 24-jährige Ägypterin Radwa Sayed. Danach hieß es warten, wie der Kampf Terliugas gegen Miyahara ausging.

Plank konnte es nicht glauben, als sie in der Mixed Zone wartend endlich den Tabellenstand eingeblendet sah. Sie schien an zweiter Stelle auf, fiel ihrem Trainer Juan Luis Benitez Cardenes in die Arme und ließ den Tränen freien Lauf. Immer wieder vergewisserte sie sich beim Coach, ob die Medaille wirklich sicher sei. "Es war alles sehr knapp in unserer Gruppe. Ich muss mich jetzt sammeln und dann möchte ich noch einmal gut kämpfen", sagte die 29-Jährige zur APA - Austria Presse Agentur.

Verdammt harte Auslosung

Sie habe eine verdammt harte Auslosung gehabt. "Aber jede, die hier ist, ist einfach verdammt hart. Ich habe mich von Anfang an gut auf der Matte gefühlt, es war super. Die Japanerin hat zum Auftakt gegen mich gewonnen, aber ich habe das gut wegstecken können. Ich habe aus jedem Kampf das Beste rausholen können. Ich habe nicht an Punkte gedacht, oder ob es sich ausgeht. Ich hatte den Fokus immer auf der Gegnerin. Es war alles wirklich sauknapp beinander. Umso glücklicher bin ich, dass es gereicht hat."

Bei den Sommerspielen sind die Klassen bis 50 und bis 55 zusammengelegt. Terliuga war im Pool von Plank die einzige Kämpferin, die aus der 55er-Kategorie kommt. Insgesamt waren in dieser Gewichtsklasse nur neun Teilnehmerinnen dabei, eine Konkurrentin fehlt. Das Feld umfasst sechs Kämpferinnen aus der 50er- und drei aus der 55er-Kategorie. Auch Goranowa kämpft normalerweise in der 55er-Kategorie.