Lobnig

"Es ist ordentlicher Seitenwind"

Lobnig eröffnet für ÖOC-Equipe in fordernden Bedingungen

Im Streben nach Medaillen wartet Österreichs Team bei den Sommerspielen in Tokio gleich zum Auftakt mit einer Athletin mit olympischer Finalerfahrung auf.  

Magdalena Lobnig war bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro im Frauen-Einer im Endlauf auf Rang sechs gekommen, diesmal soll es möglichst weiter hinaufgehen. Die Kärntnerin ist am Freitag (ab 2.30 Uhr MESZ) in den Vorläufen des Frauen-Einers schon rund zehn Stunden vor der Eröffnungsfeier des Großereignisses an der Reihe.

"Gutes Hineinkommen" in die Spiele

Die Medaillen werden allerdings erst exakt eine Woche danach vergeben, dazwischen liegen neben den Hoffnungsläufen Viertel- und Semifinale. "Es ist schon so geplant, dass sie nicht im Vorlauf in Topform ist, sondern im Finale", sagte Trainer Kurt Traer über seinen Schützling. "Wir brauchen die Tage bis zum Halbfinale für die Zeitumstellung und die Akklimatisierung." Bis zum Viertelfinale erwartet der Coach keine harten Gegnerinnen und keine zu fordernde Rennen. "Da kann sie gut hineinkommen." 

Vielleicht aber nicht, was das Wetter betrifft. Denn da werden über Prognosen Winde mit bis zu 23 Knoten angesagt. Die Frage ist nur, ob das schon am Freitag der Fall ist. Wenn, dann wäre die Fairness infrage gestellt. Da aber könnte ein Zeitfahren eine gewisse Abhilfe schaffen. "Das kommt in den Vorläufen zum Tragen, wenn die Bedingungen so unfair sind, dass sie nicht auf allen Bahnen gleich sind", erklärte Traer. Das hielt Lobnig am Dienstag für den Bewerbsauftakt am Samstag für absolut möglich.

"Mehr Wind wie Welle"

"Es ist ein ordentlicher Seitenwind, es ist aber mehr Wind wie Welle", fasste die seit Montag 31-Jährige ihre Trainingseindrücke vom Sea Forest Waterway gegenüber der APA - Austria Presse Agentur zusammen. "Es ist ganz komisch, es ist unnatürlich. Sie haben versucht, mit Wellenbrechern die Welle kleiner zu machen. Es schaut auch gar nicht wellig aus. Aber es ist eine latente Welle drinnen, dadurch ist es ziemlich wackelig. Man driftet immer auf Backbord ab. Es ist schon unangenehm zu rudern." 

Zu sehr möchte sich die Völkermarkterin mit diesem Thema aber nicht beschäftigen, auch wenn schwierige Bedingungen aufgrund ihres Gefühls an und mit den Rudern für sie zum Vorteil werden könnten. "Ich möchte mich auf mich konzentrieren und schauen, dass ich mit der Strecke zurechtkomme", meinte Lobnig. Und zwar in jenem Boot, mit dem sie Ende April in Zagreb ihren bisher letzten Weltcupsieg gefeiert hatte. Wochen später beim Luzern-Weltcup war sie in einem älteren Modell zu sehen.

Nachstellen und Feintuning am Boot

Ihr Olympia-Boot sei ihr jüngstes und daher das Steifste all ihrer Boote. "Dass ich im Mai beim Weltcup in Luzern hatte, hat schon vier Jahre am Buckel und da merkt man einfach, dass das weicher ist", erklärte die Ex-Europameisterin. Die Einheiten bis zum Vorlauf wollte sie punkto Abstimmung des Bootes noch zum Feintuning nutzen. Auch sei durch den Transport wie erwartet ein wenig am Boot verstellt gewesen und noch ein Nachtunen nötig gewesen.

Der Luzern-Weltcup zu Pfingsten war ihr bisher letzter Wettkampf und habe ihr noch viel Aufschluss gegeben. "Da bin ich am 500er mit der Schlagzahl zu früh abgefallen", erläuterte Lobnig. Zwei Schläge seien es in diesem dritten Renndrittel gewesen, aber das könne schon entscheidend sein. Daher lag der Fokus im Training darauf, dieses Manko wettzumachen. "Damit ich hinten im Endspurt meine Stärke ausspielen kann. Sonst muss ich zu viel aufholen, und das geht sich dann nicht mehr aus."

Laut Traer habe das viel mit Selbstvertrauen zu tun. "Magdalena hat jetzt gut trainiert, weiß, sie ist in Form und traut sich zu, mit ihrer Schlagzahl weiterzufahren", führte ihr Langzeit-Coach aus. Richtig wichtig soll das aber eben erst am dem Semifinale werden, wenn es nach Plan gegen ihre Hauptkonkurrentinnen geht. Nationaltrainer Robert Sens weiß, was da auf Lobnig wartet: "Bei den Frauen gibt es keine härtere Bootsklasse als den Einer. Es werden harte Rennen. Aber Magdalena ist gut in Form."