Javad Foroughi

Sportschütze siegte überlegen

Terror-Soldat? Wirbel um Irans Gold-Gewinner

Weil er das Olympia-Finale mit der Luftpistole haushoch gewann, werden die Leistungen des Iraners Javad Foroughi hinterfragt.

Der iranische Sportschütze Javad Foroughi ist überlegen Olympia-Sieger der Luftpistole geworden. Doch wieviel Erfahrung hat der 41-Jährige eigentlich schon im Schießen? Fakt ist: Er ist langjähriges Mitglied der Revolutionsgarden (IRGC) des islamistischen Mullahregimes, die von den USA als Terrororganisation gelistet sind.

Als Terrorist soll er von 2012 bis 2018 mehrere Menschen in Syrien getötet haben und trotzdem ist er bei Olympia dabei und stiehlt anderen die Show. Laut iranischer Staatsmedien arbeitete Foroughi als Pfleger in einem Krankenhaus der IRGC in Teheran. Angeblich habe er sich im dortigen Keller das Schießen beigebracht. Aber: In einem TV-Interview Anfang Mai sprach Foroughi auch über seine Zeit in Syrien – dort kämpfte die Quds-Force auf Seiten des Diktators Assad. Foroughi erklärt, er habe Wachdienste geleistet, sich auf "Gegenangriffe" vorbereitet. 

 

Warum darf er überhaupt teilnehmen?

Aus dem iranischen Olympia-Team heißt es: "Qualifizierte Sportler, die sich an die internationalen Regeln halten, dürfen teilnehmen, wenn sie von ihren Ländern ausgewählt werden. Es gibt viele Athleten aus vielen Ländern, die in ihren Ländern Mitglied des Militärs sind."

Internationale Athletenvertreter forderten das IOC auf, den Iran von den Spielen auszuschließen. Am Ende ist aber nichts passiert und Foroughi darf über Gold jubeln.