Kurioser Wirbel bei den Olympischen Spielen in Italien: Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) reagiert auf Berichte über angebliche Penis-Manipulationen im Skispringen, die den Athleten aerodynamische Vorteile verschaffen sollen.
Was als bizarre Enthüllung Anfang Jänner bei der BILD begann, beschäftigt nun die höchste Ebene des Weltsports. Hintergrund ist die Vermessung der Athleten per 3D-Scanner vor der Saison. Dabei wird das Schrittmaß am untersten Punkt des Genitalbereichs ermittelt – dieser Wert bestimmt die Größe des Sprunganzugs. Gelingt es einem Springer, diesen Messpunkt künstlich nach unten zu verschieben, erhält er eine größere Anzugfläche und damit entscheidenden Auftrieb.
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WADA-Präsident verspricht Aufklärung
Bei den Winterspielen in Italien äußerte sich WADA-Präsident Witold Banka nun persönlich zu der Thematik. Da Skispringen in seiner Heimat Polen Volkssport sei, versicherte der 41-Jährige, der Sache konsequent nachzugehen. Generaldirektor Olivier Niggli ergänzte, dass man prüfen werde, ob solche Methoden unter die Doping-Richtlinien fallen könnten, falls es sich um eine Form der unerlaubten Leistungssteigerung handelt.
Hyaluronsäure und Schaumstoff
Die Liste der mutmaßlichen Tricks ist lang: Um das Schrittmaß zu manipulieren, sollen Springer laut Berichten sogar vor der Messung zu Hyaluronsäure gegriffen haben, um den Genitalbereich „aufzuspritzen“. Auch von Schaumstoff-Einlagen um die Hoden ist die Rede. FIS-Materialchef Mathias Hafele, der seit dem Anzugs-Skandal bei der WM 2025 in Trondheim rigoros durchgreift, versucht zu beruhigen: Bei den Messungen sei medizinisches Personal anwesend, das sichtbare Hilfsmittel ausschließe.
Neue Messmethode geplant
Um die Debatte um die Weichteile endgültig zu beenden, arbeitet der Verband im Hintergrund bereits an einer technischen Lösung. Ziel ist es, die 3D-Scanner so zu modifizieren, dass künftig die knöcherne Struktur des Beckens ausschlaggebend für das Maß ist. Damit würde die individuelle Penisgröße für die Anzugfläche keine Rolle mehr spielen und die „Penis-Tricks“ im Skispringen endgültig der Vergangenheit angehören.