In 5 Wochen

Kein Schnee! Großes Zittern um Olympia

In fünf Wochen steigen die Olympischen Spiele in Italien: Auf der berühmten Stelvio in Bormio fehlt aber völlig der Schnee. Das große Zittern beginnt.

Seit Wochen bleibt in vielen Skigebieten nennenswerter Neuschnee aus, besonders unterhalb von 1800 Metern liegt deutlich weniger Naturschnee als zu dieser Jahreszeit üblich. In zahlreichen Regionen laufen Schneekanonen daher im Dauerbetrieb.

Wie ernst die Lage ist, zeigt ein aktueller Blick nach Bormio. Ein Webcam-Foto der berühmten Stelvio-Piste, auf der bei den Olympischen Spielen die alpinen Herrenbewerbe ausgetragen werden sollen, wirkt am Freitagnachmittag ernüchternd. Im Tal liegt überhaupt kein Schnee, auf 1945 Metern Höhe werden laut dem Portal „Bergfex“ lediglich rund 20 Zentimeter gemessen. Der Start der Olympia-Abfahrt befindet sich nur wenig höher auf 2255 Metern. Der letzte Schneefall in der Region datiert vom 25. November 2025 – also vor mehr als fünfeinhalb Wochen.

FIS-Boss schlägt Alarm

Bereits kurz vor Weihnachten hatte FIS-Präsident Johan Eliasch Alarm geschlagen. Der 63-jährige Schwede, verantwortlich für 138 Mitgliedsverbände, sprach offen von Problemen bei der Schneeproduktion. „Die italienische Regierung und die Regionen, die die Spiele ausrichten, haben noch viel zu tun und müssen die Vorbereitungen beschleunigen“, sagte Eliasch damals. Besonders kritisch äußerte er sich über Verzögerungen bei der Finanzierung: „Leider hat die italienische Regierung keine Gelder freigegeben, sodass die Organisatoren ums Überleben kämpfen.“

Im Fokus der Sorgen standen zu diesem Zeitpunkt vor allem die Anlagen in Livigno, nur 37 Kilometer von Bormio entfernt. Dort sollen bei den Winterspielen die Snowboard- und Ski-Freestyle-Wettbewerbe wie Slopestyle oder Skicross stattfinden. Für den Snowpark sowie für Halfpipe und Sprungelemente sind enorme Mengen an Kunstschnee nötig. Technische Probleme hatten die Produktion zunächst verzögert, diese gelten inzwischen jedoch als behoben.

Hoffnung: Schneekanonen

Fabio Massimo Saldini, CEO des für die olympischen Anlagen zuständigen Unternehmens „SiMiCo“, zeigte sich zuletzt zuversichtlich: „Wir können 28.000 Kubikmeter Schnee pro Tag garantieren. Alle 53 Schneekanonen sind voll funktionsfähig, sodass wir 3.500 Kubikmeter Schnee pro Stunde produzieren können.“ Aktuelle Webcam-Bilder aus Livigno bestätigen, dass die Beschneiung inzwischen auf Hochtouren läuft.

Auch der Bürgermeister von Livigno, Remo Galli, versucht zu beruhigen. „Wir werden genügend Schnee für großartige Olympische Spiele haben. Tatsächlich werden wir sogar deutlich mehr haben“, erklärte er. Diese Fortschritte sind offenbar auch bei der FIS angekommen. Präsident Eliasch räumte zuletzt ein: „Die Fortschritte sind sichtbar, und die Entschlossenheit des Teams, Herausforderungen zu meistern und die Ziele zu erreichen, verdient Anerkennung.“

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