Der bekannte ORF-Sport-Moderator Rainer Pariasek wird nicht Teil des Olympia-Studios sein. Er wird eine andere Rolle bekommen.
Mailand/Cortina d'Ampezzo/Wien. Der ORF zeigt bei den Olympischen Winterspielen von 6. bis 22. Februar täglich bis zu 25 Stunden Live-Sport. Möglich macht das eine Verteilung der in Summe 500 Stunden Live-Berichterstattung auf die Sender ORF 1 und den Spartenkanal ORF Sport+. Die Übertragungszeiten sind dabei heuer wesentlich publikumsfreundlicher als bei den Spielen der jüngeren Vergangenheit in Peking und Pyeongchang. Der ORF widmet sich häufig ab 9 oder 10 Uhr und mitunter bis Mitternacht dem Geschehen.
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Bei den Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo in Italien ist das öffentlich-rechtliche Medienhaus, aber auch das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) mit einem "irrsinnigen logistischen Aufwand" konfrontiert, wie ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag anmerkte. Denn die Bewerbe bzw. Spielstätten sind auf etliche Cluster aufgeteilt, die teils mehrere Autostunden voneinander entfernt liegen. Dennoch melde sich stets ein "kleines, aber feines Team" aus ORF-Kommentatoren und -Präsentatoren von den Wettkampfstätten und gebe es dank einer Kooperation mit dem ÖOC auch an den jeweiligen Stützpunkten des Comités in Bormio, Cortina, Antholz, Livigno, Val die Fiemme und Mailand Möglichkeiten für Interviews, erklärte die interimistische ORF-Sportchefin Veronika Dragon-Berger.
Diese Rolle bekommt Pariasek statt Studio-Moderation
Insgesamt hat der ORF rund 80 Personen aus Redaktion und Technik in Italien und in Summe 115 Personen für die Olympischen Spiele im Einsatz, wobei laut Dragon-Berger auf einen Mix aus bekannten ORF-Sportgesichtern und jungen Kolleginnen und Kollegen gesetzt werde. So wird sich etwa Rainer Pariasek im Zielraum bei den Ski-alpin-Bewerben der Frauen aufhalten, während Alina Zellhofer selbiges bei den Ski-alpin-Bewerben der Männer tut. Boris Kastner-Jirka und Johannes Hahn kümmern sich um Langlauf und Nordische Kombination.
In den Kommentatorenkabinen nehmen u.a. Oliver Polzer und Thomas König (Ski alpin Männer) und Peter Brunner bzw. Ernst Hausleitner (Ski alpin Frauen) Platz. Daniel Warmuth, Dieter Helbig-Neupauer und Gerfried Nagel kommentieren Eishockey und Katharina Osztovics begleitet das Publikum durch die Eiskunstlauf-Bewerbe. Im ORF-Sportstudio am Küniglberg in Wien führen Karoline Rath-Zobernig, Lukas Schweighofer, Karina Toth und Bernhard Stöhr durch die "Olympia-Studio"-Sendungen, die dreimal täglich (15.30 Uhr, 18 Uhr, 21.40 Uhr) mit Updates, Highlights und Interviews aufwarten.
ORF-Chefregisseur Kögler übernimmt Weltregie
ORF-Chefregisseur Michael Kögler übernimmt heuer für die Ski-alpin-Rennen der Männer in Bormio die Weltregie, nachdem er in der Vergangenheit bereits zweimal die Weltregie für Biathlon-Bewerbe bei Olympia gestemmt hat. "Für die Übertragung der Olympiaabfahrt auserwählt zu werden, ist ein großes Privileg und eine Auszeichnung. Zweifellos ein Karrierehöhepunkt für mich und eine Würdigung der tollen Arbeit des ORF im Wintersport", wurde Kögler in einer Aussendung zitiert.
"Für uns ist Wintersport nicht nur eine tragende Säule im Programm, sondern auch eine Verpflichtung den Athletinnen und Athleten gegenüber ihnen möglichst breiten Platz einzuräumen", sagte ORF-Programmdirektorin Groiss-Horowitz am Donnerstag. Olympische Spiele würden die Möglichkeit bieten, in neue sportliche Welten einzutauchen. Auch wenn der ORF mit Spardruck konfrontiert sei, werde man daher nicht ausgerechnet an dieser Stelle stark einsparen, sagte sie. Man wolle es wie beim kommenden 70. Eurovision Song Contest (ESC) in Wien anlegen: "Sparsam, aber spektakulär".
Dabei seien die Übertragungsrechte für die Olympischen Winterspiele bereits "voll im hochkommerziellen Business" angekommen, merkte der interimistische ORF-Sportchef Martin Szerencsi an. Sprich: Sie sind teuer. Aber nicht zuletzt durch eine Kooperation auf Ebene der European Broadcasting Union (EBU) sei es gelungen, sie auch für heuer zu sichern.
Untertitel und Audiokommentar
Mit Blick auf Barrierefreiheit bietet der ORF täglich bis zu zehn Stunden Live-Untertitelung und Live-Audiokommentar an. Ein Schwerpunkt liegt auf den Live-Wettbewerben, der Eröffnungsfeier (6. Februar, 19.55 Uhr) oder auch der Schlussfeier (22. Februar, 20.15 Uhr).
Abseits des linearen TV sind auf ORF ON bzw. sport.ORF.at Streams, Live-Blogs und Live-Ticker sowie Hintergrundberichte und diverse Tabellen abrufbar. Dafür wird auf sport.ORF.at ab 2. Februar ein eigener Sonderchannel eingerichtet. Der Radiosender Ö3 berichtet von allen wichtigen Entscheidungen und Ö1 greift Olympia in mehreren Sendungen auf - etwa in "Im Fokus - Religion und Ethik" am 4. Februar (16.05 Uhr), wobei das Spannungsfeld von Sport und Ethik sowie körperliche Übergriffe und sexualisierte Gewalt im Spitzensport thematisiert werden.
Paralympics und Kitzbühel-Wochenende
Der ORF wird auch von den Paralympics (7. bis 15. März) in Italien berichten. Geplant ist eine tägliche Highlight-Sendung auf ORF 1 und "umfangreiche Live-Berichterstattung" auf ORF Sport+.
Weit früher noch steht das Ski-alpin-Rennwochenende in Kitzbühel am Programm (23. bis 25. Jänner). Dafür schnürt der ORF im Vorfeld ein Programmpaket - darunter eine Ausgabe von "Dok 1" zu den "Opfern der Streif". Lisa Gadenstätter geht für die Doku "Nach dem Sturz" der Frage nach, wie schwer gestürzte Abfahrer den Unfall aufarbeiten und das Risiko auf der Streif so gering wie möglich gehalten werden kann.