Denkwürdiges TV-Interview mit Bronze-Medaillen-Gewinnerin Cornelia Hütter.
Jahrelang klebte das Pech an ihren Skispitzen wie alter Wachs. Cornelia Hütter und der vierte Platz – es war eine fast schon tragische Liebesbeziehung. Der Ruf der „Blech-Conny“ verfolgte die Steirerin bis in ihre Träume. Doch an diesem strahlenden Olympia-Freitag im Super-G, in ihrem definitiv letzten olympischen Rennen, hat das Schicksal endlich ein Einsehen.
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Emotionen pur
Der Moment des Triumphs ist auch ein Moment der schonungslosen Ehrlichkeit. Im Zielraum stellte sich Hütter dem Mikrofon von ORF-Legende Rainer Pariasek. Dieser erinnerte an eine dunkle Phase in ihrer Karriere, als die Verzweiflung über Verletzungen und ewiges Pech überhandnahm. Pariasek zitierte sie direkt: "Sie haben einmal gesagt, die gschissenen Brettln können mich kreuzweise."
"Hat so sein sollen"
Hütter, die Tränen der Erleichterung noch in den Augen, antwortete mit jenem herzlichen Lächeln, das sie trotz aller Rückschläge nie ganz verloren hat: „Ja, es war nicht immer einfach. Aber vielleicht hat es genau so sein sollen: Dass ich erst in meinem allerletzten Olympia-Rennen lerne, dass sich das Warten lohnt und ich endlich diese Medaille in den Händen halte.“
Ein Hauch von Schicksal: Das Duell um die Hundertstel
Die Geschichte dieses Rennens schreibt jedoch noch eine weitere, fast schon pikante Note. Während das ÖSV-Team bei diesen Spielen bereits glänzte – allen voran Ariane Rädler und Katharina Huber mit ihrem sensationellen Gold in der Kombination – war die Stimmung im Super-G gespalten. Hütter betonte zwar, wie sehr sie sich für ihre Teamkolleginnen gefreut habe, doch der eigene Hunger auf Edelmetall war nach all den Jahren riesig. Ausgerechnet Ariane Rädler war es, die im Ziel die bittere Seite des Sports erfahren musste: Sie landete auf Platz 4 – nur eine einzige Hundertstelsekunde hinter Hütter.
Ein würdiger Abgang
Für Cornelia Hütter schließt sich ein Kreis. Die dunklen Stunden, die Selbstzweifel und die Flüche über das Material sind vergessen. Sie hinterlässt ihre olympische Bühne nicht als die Frau, die knapp scheiterte, sondern als die Kämpferin, die sich ihre Bronze-Medaille mit purer Willenskraft vom Berg geholt hat. Die „Blech-Conny“ ist Geschichte. Es lebe die Olympia-Medaillengewinnerin Cornelia Hütter.