Mega-Sensation bei den French Open! Superstar Novak Djokovic ist gegen den Brasilianer Joao Fonseca nach einem Fünfsatz-Krimi rausgeflogen. Der Undergdog siegte mit 4:6,4:6,6:3,7:5,7:5.
Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic ist bei den Tennis-French-Open in der dritten Runde in einem hochklassigen Match ausgeschieden. Nach 4:53 Stunden siegte der als Nummer 28 gesetzte Joao Fonseca gegen den Serben in deren ersten Duell 4:6,4:6,6:3,7:5,7:5. Es war erst das zweite Mal in 281 Matches, dass Djokovic nach einer Zweisatzführung noch verloren hat. Im davor einzigen Mal gehörte der Sieg im French-Open-Viertelfinale 2010 dem Niederösterreicher Jürgen Melzer.
Nun endete ein weiterer Anlauf von Djokovic auf seinen 25. Major-Titel ungewöhnlich früh. Mit einem solchen Triumph wäre der 39-Jährige geschlechterübergreifend alleiniger Rekordhalter. Die Chance darauf schien diesmal besonders groß, da Australian-Open-Sieger Carlos Alcaraz verletzungsbedingt nicht dabei ist und der Weltranglistenerste Jannik Sinner am Tag davor gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo ebenso in fünf Sätzen ausgeschieden ist. Doch der erst 19-jährige Fonseca hatte gegen sein Idol etwas gegen dessen Plan.
Djokovic fehlten nur zwei Punkte auf den Sieg
Dabei schien alles auf einen glatten Sieg des Altmeisters hinauszulaufen. "Am Anfang hat mir die Hitze zu schaffen gemacht", erklärte Fonseca im Siegerinterview. Und auch am Ende habe er den 20 Jahre älteren "Djoker" fitter gesehen als sich selbst. Doch der Brasilianer kämpfte sich am Geburtstag seiner Mutter in die Partie. Djokovic war im vierten Satz nur noch zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt, Fonseca jedoch schaffte es - auch mit vielen Linienbällen, aber auch sehr harten Schlägen - in den entscheidenden Durchgang.
Da lag Djokovic mit einem Break bereits 3:1 voran, doch Fonseca glich aus und hob fortan mit seinem Gegner das ohnehin schon hohe Niveau weiter an. "Ich habe es nur genossen, gegen mein Idol das erste Mal auf dem Platz zu stehen", sagte der Südamerikaner. "Ich bin sehr glücklich. Ich habe nur versucht, den Ball so hart zu schlagen, wie ich kann." Im letzten Game hatte der Südamerikaner Breakball gegen sich, beendete die Partie aber mit drei Assen en suite. "Ich bin superglücklich, dass ich es so beenden konnte", ließ Fonseca wissen.
Damit wurde der im Anschluss an die Partie gegen den Franzosen Quentin Halys auf den Platz gegangene Alexander Zverev zum noch größeren Titelfavoriten. Der als Nummer zwei gesetzte Deutsche wartet noch auf seinen ersten Major-Titel. Fix ist, dass es auf jeden Fall einen neuen Titelträger auf Grand-Slam-Ebene geben wird, da kein bisheriger noch im Bewerb ist. Fonsecas nächster Gegner ist der Sieger der späten Freitag-Partie zwischen dem Norweger Casper Ruud (Nr. 15) und dem US-Amerikaner Tommy Paul (24).
Auch De Minaur, Chatschanow und Muchova out
Mit Alex de Minaur verabschiedete sich ein weiterer Top-Ten-Spieler früh, der Australier verlor gegen den Tschechen Jakub Mensik (26) nach einem makellosen ersten Satz 6:0,2:6,2:6,3:6. Und auch Karen Chatschanow (13) unterlag einem Außenseiter, nämlich dem Niederländer Jesper de Jong in fünf Sätzen. Er wäre Zverevs nächster Gegner. Mit Andrej Rublew kam aber doch ein Russe ins Achtelfinale. Für ein direktes Achtelfinalduell qualifizierten sich die Spanier Pablo Carreno Busta und Rafael Jodar (27).
Bei den Frauen kam die vierfache French-Open-Gewinnerin Iga Swiatek (4) durch ein 6:4,6:4 gegen ihre polnische Landsfrau Magda Linette weiter. In je zwei Sätzen erreichten auch die Russin Mirra Andrejewa (8) und die Ukrainerin Marta Kostjuk (15) das Achtelfinale. Eine Überraschung gelang der Schweizerin Jil Teichmann mit einem 6:1,7:5 gegen Karolina Muchova (10), die Tschechin war Swiatek 2023 erst im Finale unterlegen.
Der Wiener Neil Oberleitner kam mit dem Tschechen Petr Nouza kampflos ins Achtelfinale. Ihre belgischen Gegner Zizou Bergs/Raphael Collignon gaben für das Zweitrundenmatch w.o., nachdem Collignon am Vortag im Einzel in die dritte Runde gekommen war. Um das Viertelfinale geht es für Oberleitner/Nouza gegen die Tschechen Adam Pavlasek/Patrik Rikl. Für die Osttirolerin Lilli Tagger kam mit der Italienerin Sara Errani in Runde zwei gegen die australisch-niederländische Paarung Ellen Perez/Demi Schuurs (7) mit 6:7(5)6:7(8) das Aus.