Upper Austria Ladies

Linz-Drama! Potapova verpasst Titel – Andrejewa dreht Finale

Die Siegerin des Upper Austria Ladies in Linz heißt Mirra Andrejewa. Die 18-jährige Russin verwehrte der 25-jährigen Neo-Österreicherin Anastasia Potapova am Sonntag ihren bisher größten Triumph. 

Die topgesetzte Weltranglisten-10. ließ sich von einem Rückstand nicht aus der Fassung bringen und bezwang Potapova nach 1:54 Stunden 1:6,6:4,6:3. Damit bleibt Österreichs Frauentennis auch nach 4.648 Tagen ohne WTA-Titel, zuletzt hatte Yvonne Meusburger 2013 in Bad Gastein gewonnen.

Vor neuerlich ausverkauftem Haus bei dem erstmals als Hallen-Sandplatzturnier ausgetragenen WTA500-Turnier in Oberösterreich war Potapova von Beginn weg überraschend dominant. Immerhin stand der Lokalmatadorin mit Andrejewa die Nummer zehn der Weltrangliste gegenüber. Potapova, die u.a. im Viertelfinale auch Österreichs Jungstar Lilli Tagger ausgeschaltet hat, schaffte gleich im Auftaktgame ein Break und stellte mit einem weiteren zum 4:1 rasch die Weichen zum Satzgewinn. Dieser war nach nur 29 Minuten mit dem ersten Satzball zum 6:1 fixiert.

Andrejewa ab Montag Nummer 9 der Welt

Im zweiten Durchgang kippte das Match allerdings zugunsten der Favoritin. Nach Break und Rebreak gelang es Andrejewa ihrer Gegnerin zum 3:2 den Aufschlag neuerlich abzunehmen und diesmal bestätigte sie das Break zum 4:2. Der Teenager nutzte die erste Möglichkeit zum 6:4-Satzausgleich. Im dritten Satz war es ähnlich: Andrejewa breakte zum 3:2, Potapova schaffte das sofortige Rebreak, doch die Wahl-Wienerin musste in der emotionsgeladenen Entscheidungsphase neuerlich ihren Aufschlag zum 3:4 abgeben. Andrejewa verteidigte immer wieder gegen die aggressiv spielende Potapova und zwang die Österreicherin dann doch zu Fehlern. Am Ende nutzte Andrejewa ihren zweiten Matchball zum zweiten Titel dieses Jahres nach Adelaide. Sie wird damit im WTA-Ranking auf Platz neun vorrücken.

Potapova, die u.a. 2016 auch Juniorinnen-Wimbledonsiegerin war, ist dennoch auf dem besten Weg zurück zu alten Bestmarken. Die Neo-Österreicherin war im WTA-Ranking schon einmal auf Position 21 gelegen und als nur 97. ins Linzer Turnier gestartet. Nun katapultiert sie sich zurück auf Platz 54.

Sandra Reichel und Co. über Resonanz erfreut 

Potapova spielt wie auch Viertelfinalistin Lilli Tagger kommende Woche beim WTA250-Turnier in Rouen. Potapova trifft auf die Russin Anna Blinkova, Tagger bekommt es mit der Ukrainerin Oleksandra Olijnykova (WTA-Nr. 68) zu tun.

Die Organisatoren jubeln in Linz jedenfalls nach einer nicht nur aus österreichischer Sicht sehr erfolgreichen 35. Auflage. Gleich fünf Mal war das 2.500 Fans fassende Design Center ausverkauft, rund 24.000 Zuschauer kamen in der Turnierwoche zum Event. "So eine Atmosphäre wie in diesem Jahr habe ich im Design Center noch nie erlebt. Ich hatte wirklich Gänsehaut und es war traumhaft zu sehen, wie sehr unsere österreichischen Spielerinnen mit Anastasia, Lilli, Julia und Sinja, aber auch die internationalen Stars wie Mirra Andrejewa die Tennisfans begeistern. Durch den Belagswechsel auf Sand ist das Tennis aus meiner Sicht für die Fans nochmals attraktiver geworden. Das Turnier ist für die Spielerinnen ein perfekter Start in die Sandplatzsaison", meinte Turnierdirektorin Sandra Reichel in einer Bilanz.

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