Weltcupfinale in Meribel
Hirscher sichert sich Gesamt-Weltcup
Skirennläufer Marcel Hirscher hat zum vierten Mal in Folge den Gesamtweltcup gewonnen und damit Geschichte geschrieben, denn das ist vor ihm noch keinem Athleten gelungen. Der 26-jährige Salzburger ist eine Ausnahmeerscheinung im alpinen Rennsport, Rekorde gewinnen für ihn zunehmend an Bedeutung. Das Einzige, das dem Supertechniker in seinem Steckbrief noch fehlt, ist Olympiagold.
"Danke für den unglaublichen Fight"
Marcel Hirscher (vierfacher Gesamtweltcupsieger): "Es ist amtlich. Ich habe natürlich jetzt ein unglaublich tolles Gefühl. Die Erleichterung macht sich gerade extrem spürbar. Kjetil, danke für den harten und unglaublich genialen Fight mit dir. Menschlich ist das wirklich einer der feinsten und tollsten Athleten, die ich bis jetzt habe kennenlernen dürfen. Ich freue mich auf nächstes Jahr. Ich hoffe, dass ich für morgen die Spannung trotzdem aufrechterhalten kann."
+++ Die aktuellen Weltcupstände +++
Mit der vierten großen Kugel zog Hirscher mit seinem Landsmann Hermann Maier, Gustavo Thöni (ITA) und Pirmin Zurbriggen (SUI) gleich, voran liegt mit fünf Trophäen der Luxemburger Marc Girardelli. An kleinen Kristallkugeln hat der Annaberger je zwei für Riesentorlauf- und Slalomwertung daheim, am Sonntag könnte nach dem letzten Weltcup-Saisonrennen in Meribel eine weitere Torlauf-Trophäe hinzukommen.
30 Weltcuprennen hat der Absolvent der Hotelfachschule Bad Hofgastein bisher in seiner Karriere gewonnen, 15 im Slalom, 14 im Riesentorlauf und einen Parallelbewerb. Er liegt damit im vom Schweden Ingemar Stenmark angeführten Ranking (86) an achter Stelle, vor ihm sind noch seine Landleute Hermann Maier (54) und Benjamin Raich (36). Er ist der Österreicher mit den meisten Slalomsiegen und ex aequo mit Maier und Raich meisten RTL-Erfolgen.
Endstand Riesentorlauf der Herren
+++ Hirscher sorgt im Super-G für Sensation +++
Rund um das 1,73 m große Kraftpaket mit niederländischer Mutter Sylvia wurde im Laufe der Jahre eine eigene Einheit innerhalb der ÖSV-Mannschaft installiert. "Unterstützer und Optimierer" Vater Ferdinand ist nach wie vor bei jedem Training und Rennen mit dabei, sofern er dafür nicht ins Flugzeug steigen muss. Vertrauenstrainer Michael "Mike" Pircher wurde vom ÖSV eigens abgestellt, immer an der Seite des Atomic-Piloten sind auch Physiotherapeut Alexander Fröis und Medienbetreuer Stefan Illek sowie natürlich Servicemann Edi Unterberger. Privater Halt ist Freundin Laura Moisl.
Der vierte Gesamtweltcupsieg löste im Hirscher-Lager vor allem "Freude" aus. "Wir sind vom Schicksal ziemlich gebeutelt in unserer Familie. Mein Bruder ist Komapatient, der ist acht Meter vom Dach runtergefallen. Da relativiert sich alles, da ist man immer am Boden. Da ist Überheblichkeit uninteressant. Ich definiere das mit Freude", beschrieb Ferdinand Hirscher in Hochsavoyen seine Gefühle.
Als neuerlicher Gesamtweltcupsieger darf sich Marcel Hirscher damit wieder Hoffnung auf die Auszeichnung "Österreichs Sportler des Jahres" machen. 2012 hat er gewonnen, 2013 und 2014 musste er sich jeweils Bayern-München-Fußballstar David Alaba geschlagen geben.
Auf Seite 2 die Reaktionen
Marcel Hirscher (vierfacher Gesamtweltcupsieger): "Es ist amtlich. Ich habe natürlich jetzt ein unglaublich tolles Gefühl. Die Erleichterung macht sich gerade extrem spürbar. Kjetil, danke für den harten und unglaublich genialen Fight mit dir. Menschlich ist das wirklich einer der feinsten und tollsten Athleten, die ich bis jetzt habe kennenlernen dürfen. Ich freue mich auf nächstes Jahr. Ich hoffe, dass ich für morgen die Spannung trotzdem aufrechterhalten kann."
Hans Pum (ÖSV-Alpindirektor): "Die Leistungen von Marcel waren einfach gigantisch. Da fehlen jedem die Worte für die Superlative. Großartig, was er geleistet hat. Dass er so lange auf so einem hohen Niveau fährt. Er hat jetzt viermal gewonnen, das ist wahnsinnig. Dass er im Slalom und Riesentorlauf so gut drauf ist, hat man jetzt gesehen, aber dass er im Super-G mit einer Topleistung einen ganz wichtigen Punkt setzt, da hat auch Jansrud geschaut. Jansrud hat im Riesentorlauf heute alles mobilisiert. Marcel hat jetzt das große Ziel, den Slalomweltcup zu gewinnen, jetzt kann er unbeschwert fahren."
Andreas Puelacher (ÖSV-Herren-Rennsportleiter): "Jansrud hat es heute noch einmal sehr spannend gemacht, weil er im zweiten Lauf gezeigt hat, was für ein Kämpfer und was für ein Athlet er ist. Heute bin ich noch nervös geworden. Dass Jansrud im Slalom Zweiter geworden wäre, ist unrealistisch. Und ein großer Sportler in meinen Augen sagt auch, das tue ich mir nicht an, ich mache mich nicht lächerlich. Als ich gehört habe, dass Marcel heute vor Kjetil ist, war es für mich klar. Viermal in Folge den Gesamtweltcup zu gewinnen, ist unglaublich. Du musst vier Jahre fit bleiben, vier Jahre verletzungsfrei bleiben, vier Jahre Topleistungen bringen. Für mich ein Wahnsinn. Morgen kann er befreit drauflos fahren, er kämpft um die Slalomkugel. Das ganz große Ziel hat er jetzt erreicht, jetzt kann er nur noch Vollgas drauflos fahren."
Havard Tjörhom (Norwegischer Herren-Cheftrainer): "Nach dem Riesentorlauf war für uns klar, dass der Gesamtweltcup entschieden ist und Kjetil den Slalom nicht mehr fährt. Marcel ist ein verdienter Sieger."
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