Schladming Flutlicht

Ski Alpin

Schladming-Doppelpack durch 'Flutlicht-Recycling' möglich

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Der Nacht-Riesentorlauf der Männer im Ski-Weltcup in Schladming am Mittwoch (17.45 und 20.45 Uhr/live ORF 1) hatte eine gewaltige Herausforderung zu meistern: Rund eineinhalb Wochen vor dem Renntermin mussten zusätzliche Flutlichtmasten her, um die gesamte Piste erhellen zu können.

Möglich wurde der zweite Nightrace-Termin binnen 24 Stunden nur durch glückliche Fügung und den Recycling-Gedanken, wie die Verantwortlichen für die Planai-Rennen erzählten.

Es ist nicht so lange her, da stieß die European Broadcasting Union (EBU) durch Zufall auf jene mobile Flutlichtanlage, die bei der Skiflug-WM in Planica 2020 im Einsatz war, mittlerweile aber keinen Verwendungszweck mehr hatte. Man kam auf die Idee, sie bei den Skisprung-Bewerben der Männer und Frauen im rumänischen Rasnov in diesem Februar zu nutzen. Ohne Abendtermin wären diese im Fernsehen wegen starker Konkurrenzprodukte schwer unterzubringen gewesen.

Bis vor Kurzem befanden sich die Gerätschaften aber noch zu Wartungszwecken in Österreich. Die erste Reise führte auch nicht nach Rumänien, sondern nach Garmisch-Partenkirchen, wo Anfang Jänner ein Nachtslalom durchgeführt wurde. Als die FIS nach einem Ersatzort für den abgesagten Garmisch-Riesentorlauf (ursprünglicher Termin: Ende Jänner) suchte, kam die Idee schnell auf Schladming: Denn mit der mobilen Anlage wurde es prinzipiell möglich, die rund 500 im Dunklen liegenden Meter bis zum Riesentorlauf-Start auszuleuchten.

Zehn mobile Stützen waren dazu notwendig, die Anlage wurde kurzerhand nach Schladming transportiert und dort angebracht. Ein Rennen bei Tag am Mittwoch war übrigens keine Option, da ein Großteil der Läufer zu wenig Ruhezeit nach dem Slalom-Nightrace gehabt hätte.

Zukunft für Nacht-RTL in Schladming noch offen

Ob die zwei Rennen ein Modell für die Zukunft sein könnten, steht in den Sternen. "Da sind noch so viele Fragen offen. Man muss sich das zuerst wirtschaftlich anschauen, ob es Sinn macht", sagte Hansjörg Stocker, der Generalsekretär des lokalen Organisationskomitees, der APA - Austria Presse Agentur.

Die Entscheidung liege letztlich beim Ski-Weltverband FIS und beim ÖSV. "Natürlich, wenn es gewollt und gewünscht wird ... Es gibt aber auch den Gedanken, dass man durch zwei Rennen eines zerstört", betonte Stocker, der im Sommer 2022 "Mr. Nightrace" Hans Grogl als Obmann des WSV Schladming abgelöst hatte. Die Highlight-Stellung des Slaloms würde Schladming nicht gerne verlieren.
 

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