Radrennen: Showdown vor der Queen

Erstes Olympia-Highlight

Radrennen: Showdown vor der Queen

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Vor dem Buckingham-Palast werden sich die Rad-Helden um Gold streiten.

Der Kurs scheint ihm wie auf den Leib geschneidert, die schnellsten Beine im Radsport-Zirkus hat er sowieso. Das hat der Weltmeister zuletzt im Finale der Tour de France bewiesen. Mark Cavendish geht am Samstag (Start 11.00 Uhr MESZ) als logischer Favorit ins olympische Straßenrennen - und als große Hoffnung der Briten. Gold am Eröffnungstag würde die Olympia-Euphorie in London so richtig entfachen, dessen ist sich auch Cavendish bewusst.

Briten hoffen auf Gold
Die Briten setzen rund um ihren Sprintstar auf ein hochkarätiges Team mit Tour-Sieger Bradley Wiggins und dessen Edeldomestiken Christopher Froome. Die Gastgeber, praktisch über Nacht zur Radsport-Großmacht aufgestiegen, werden alles daran setzen, Cavendish nach 250 km einen Spurt auf der Londoner Mall zu ermöglichen. "In jedem Rennen, das ich fahre, erwartet man, dass ich gewinne", gestand der 27-Jährige. "Das ist schon ein bisschen viel."

Den Status hat sich die Rakete von der Isle of Man in den vergangenen vier Jahren mit 23 Tour-Etappensiegen erarbeitet, darunter zuletzt am Sonntag in Paris. Cavendish könnte als erster Straßenfahrer überhaupt im Jahr nach dem WM-Titel auch Olympiasieger werden. Sollte es zu einem Massensprint kommen, dürften der Slowake Peter Sagan sowie der Australier Matthew Goss, im Vorjahr WM-Zweiter, seine ersten Herausforderer sein.

Spannender Ziel-Sprint erwartet
Unterstützung anderer Nationen darf sich der Topfavorit nicht erwarten - auch nicht vom Österreicher Bernhard Eisel, der ihn sonst als loyaler Sky-Teamkollege über die Berge geleitet. "Ich kann ausschließen, dass ich für Cav fahre", betonte der 31-jährige Steirer. "Ich werde ihn aber auch nicht bei der 1.000-Meter-Marke in die Bande fahren." Die Mall, eine Prachtstraße vor dem Buckingham Palace, sollte breit genug sein.

Nur 2 Österreicher dabei
Während die großen Nationen zumindest fünf Akteure ins Rennen schicken dürfen, muss sich Österreich mit einem Zweierteam begnügen. Mit Daniel Schorn bekam Eisel einen zweiten endschnellen Mann zur Seite gestellt. "Wir haben nur zwei Schüsse. Wir sind die Underdogs, aber das kann auch eine Chance sein", meinte der Salzburger, der seine ersten Spiele bestreitet. "Mit 23 Jahren haben es noch nicht viele Fahrer hierher geschafft."

Eisel rechnet sich Chancen aus
Das ÖOC-Duo will überraschen, Eisel hofft auf die Ankunft einer größeren Gruppe. Die Chancen stehen gut, ist der letzte Anstieg doch mehr als 50 km vom Ziel entfernt. "Für die Medaillen kommen 30 Fahrer infrage", meinte der Routinier. Er selbst zählt sich auch dazu. "Erstmals bei Olympia kommt mir der Kurs entgegen. Er ist ähnlich wie bei einem Klassiker." Bei entsprechendem Rennverlauf rechnet Eisel mit einer zehnprozentigen Medaillenchance.

Strecke nicht allzu schwierig
Vor dem Finale ist auf einem Rundkurs im Südwesten Londons neunmal der Box Hill zu befahren. Der 2,8 km lange, aber mit fünf Prozent nicht wirklich steile Anstieg könnte das Feld auseinanderreißen. Auf der schweren Strecke in Peking hatte 2008 überraschend Samuel Sanchez triumphiert, der Spanier fehlt allerdings wegen eines gebrochenen Schulterblattes. Auch die Italiener gelten mit einem jungen, unerfahrenen Team nur als Außenseiter.

Zum Favoritenkreis zählt neben den Sprintern auch der Schweizer Klassikerjäger Fabian Cancellara. "Er ist bei Großereignissen immer richtig stark, er könnte sogar beide Goldmedaillen holen", meinte Eisel. Im Einzelzeitfahren am Mittwoch ist allerdings Wiggins der große Gejagte. Englands neues Radidol hat schon die beiden langen Zeitfahren bei der Tour für sich entschieden. Österreich ist im olympischen Kampf gegen die Uhr nicht vertreten.

Österreichs Olympia-Kader

Michael Lahnsteiner (Einzel)

Simone Prutsch (Einzel)

Roland Schlosser (Florett)

Sabrina Filzmoser (bis 57 kg)

Hilde Drexler (bis 64 kg)

Ludwig Paischer (bis 60 kg)

Yvonne Schuring/Viktoria Schwarz (Flachwasser-Srpint, Kajak-Zweier)

Corinna Kuhnle (Wildwasser-Slalom, Kajak-Einer)

Helmut Oblinger (Wildwasser-Slalom, Kajak-Einer)

Andrea Mayr (Marathon)

Beate Schrott (100 m Hürden)

Elisabeth Eberl (Speerwurf)

Ivona Dadic (Siebenkampf)

Andreas Vojta (1.500 m)

Günther Weidlinger (Marathon)

Gerhard Mayer (Diskus)

Thomas Daniel

Bernhard Eisel (Straßenrennen)

Daniel Schorn (Straßenrennen)

Elisabeth Osl (Mountainbike, Cross Country)

Karl Markt (Mountainbike, Cross Country)

Alexander Gehbauer (Mountainbike, Cross Country)

Victoria Max-Theurer (Dressur, mit Augustin)

Renate Voglsang (Dressur, mit Fabiano)

Harald Ambros (Vielseitigkeit, mit Quick)

Amer Hrustanovic (griechisch-römisch, Klasse bis 84 kg)

Stephanie Obermoser (Luftgewehr, Kleikaliber/KK Dreistellungsmatch)

Thomas Farnik (KK Dreistellungsmatch, KK liegend, Luftgewehr)

Christian Planer (KK Dreistellungsmatch, KK liegend, Luftgewehr)

Andreas Scherhaufer (Trap)

Jördis Steinegger (200 m Kraul, 400 m Lagen)

Nina Dittrich (800 m Kraul)

Birgit Koschischek (100 m Delfin)

Lisa Zaiser (200 m Lagen)

Markus Rogan (200 m Lagen, 4 x 200 m Kraul)

Dinko Jukic (100 und 200 m Delfin, 400 m Lagen)

Hunor Mate (200 m Brust)

David Brandl (200 m Kraul, 4 x 200 m Kraul)

Christian Scherübl (400 m Kraul, 1.500 m Kraul, 4 x 200 m Kraul)

Florian Janistyn (4 x 200 m Kraul)

Sebastian Stoss (200 m Rücken)

Nadine Brandl/Livia Lang (Duett)

Matthias Schmid/Florian Reichstädter (470er)

Lara Vadlau/Eva Maria Schimak (470er)

Nico Delle Karth/Niko Resch (49er)

Andreas Geritzer (Laser)

Florian Raudaschl (Finn)

Jürgen Melzer (Einzel, Doppel, Mixed)

Tamira Paszek (Einzel, Mixed)

Alex Peya (Doppel)

Liu Jia (Einzel, Team)

Li Qiangbing (Einzel, Team)

Werner Schlager (Einzel, Team)

Chen Weixing (Einzel, Team)

Amelie Solja (Team)

Robert Gardos (Team)

Lisa Perterer

Amdreas Giglmayr

Barbara Gasser

Fabian Leimlehner

Caroline Weber

Doris Schwaiger/Stefanie Schwaiger

Clemens Doppler/Alexander Horst

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