Kröll sieht Olympia-Rennen wie jedes andere Rennen

Bei Olympia

Bei Kröll glänzen die Augen nicht mehr

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Kröll ist bei seinen dritten Olympischen Spielen kein bißchen nervös.

Das Glänzen in den Augen der meist noch jungen Olympiadebütanten erinnert Klaus Kröll an früher. An Salt Lake City 2002, als er als 21-jähriger Skirennläufer zum ersten Mal im Zeichen der Fünf Ringe antrat, aber in der ÖSV-internen Abfahrtsquali scheiterte. Mit der Erfahrung von Turin 2006 (Platz 22) schafft es der Steirer inzwischen das olympische wie jedes andere Rennen zu sehen.

Vor acht Jahren bewohnte der Öblarner als Youngster das hochkarätige Appartement 111 der Moose Hollow-Anlage im Örtchen Eden nahe Snowbasin mit Stephan Eberharter, Hannes Trinkl, Fritz Strobl und Christian Greber. Das Zielstadion sei "richtig groß und imposant" gewesen und kein Vergleich zu jenem in Whistler, erinnert sich Kröll. Aber vielleicht ist es ihm ein bisschen auch nur so vorgekommen, denn als Neuling sieht man vieles mit anderen Augen. "Es ist was wirklich Großes. Man realisiert, dass es da um richtig viel geht, und dass das auch sehr viel wert ist."

Dass Olympia ist, so Kröll, merke man vor allem an dem ganzen Drumherum, an dem extremen Aufwand, der betrieben werde, sowie den Sicherheitsvorkehrungen. "Aber auf der Piste selbst, am Abfahrtsstart, da merkst du nicht wirklich einen Unterschied." Der 29-Jährige profitiert von der Routine. "Als Junger ist man gleich noch ein bisserl nervöser, weil man denkt, jetzt ist Olympia und das ist das große Ziel. Das ist es nach wie vor, aber man muss das ausblenden können. Einfach versuchen, locker zu bleiben, nicht an die Medaille denken, sondern schauen, dass man sich wirklich nur aufs Skifahren konzentriert. Schauen, dass ich das runterbringe, was ich mir vorgenommen habe."

Das, was man sich unter Olympia vorstellt, die Vielfalt an Sportarten und das Miteinander der Athleten aus aller Welt mitzubekommen, das spielt es sich erst nach dem eigenen Einsatz. "Im Ziel stehen und zuschauen, wie andere Medaillen gewinnen, das geht erst, wenn für mich alles vorbei ist. Skispringen und Biathlon finde ich spannend, ich wünsche mir auch, dass sie gescheit was reißen. Ich würde mir gerne ein Eishockeyspiel anschauen, das muss man in Kanada fast einmal gesehen haben", sagte der Vater eines Sohnes, den selbst neben Skifahren der Motorsport am meisten interessiert.

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