Wie Brüder: Kuriose Chance für Matt

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Wie Brüder: Kuriose Chance für Matt

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Michi Matt kann im Slalom eine ganz besondere Olympia-Geschichte schrieben.

Michael Matt will eine eigene Geschichte schreiben, dabei gerne aber an die Erfolge seiner Brüder anschließen. Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver gewann Andreas Matt die Silbermedaille im Ski Cross, 2014 in Sotschi krönte sich Mario Matt zum Olympiasieger im Slalom. Ebenfalls im Slalom auf Medaillenjagd geht am Donnerstag der Jüngste und einzige noch Aktive des Flirscher Trios.

Das letzte Rennen fuhr Michael Matt am 30. Jänner in Stockholm, belegte beim City Event den fünften Platz. Davor trübten Ausfälle bei den Heim-Klassikern in Kitzbühel und Schladming die starke Saisonbilanz mit u.a. zwei zweiten und einem vierten Platz in Spezialslaloms. Dass der Rennrhythmus fehlen könnte, darüber macht sich der 24-Jährige keine Gedanken. Er achtete in den vergangenen Wochen auf eine gute Balance zwischen Ski-Pausetagen (zweimal vier Tage am Stück) und Training.

Und ein gewisser "Abstand von den Ganzen" habe gut getan. "Damit sich der Körper regenerieren und ich mit Freude wieder ins Training und Skifahren gehen kann." In Südkorea brauchte er bis zum dritten Trainingstag, um reinzufinden. An den ersten zwei Tagen hätten ihm bis zu eineinhalb Sekunden auf Teamkollegen Marco Schwarz gefehlt. "Das war katastrophal. Ich habe viele Fahrten gemacht und mir gedacht, das darf nicht wahr sein."

"Weder der Ski, noch der Schuh, noch sonst was hat funktioniert"

Zwei Handvoll Trainer rückten schließlich in Yongpyong zum Spezialtraining mit ihm aus. "Weder der Ski, noch der Schuh, noch sonst was hat funktioniert. An jeder Schraube habe ich einmal in die andere Richtung gedreht. Und dann hat es besser und besser ausgeschaut. Für mich ist wichtig, dass ich mich beim Fahren wohlfühle, dass die Ski so reagieren, wie ich das gerne hätte. Dann kann ich schnell sein."

Die Erleichterung war ihm anzumerken. "Mit dem Gefühl, dass ich anfangs hatte, wäre es nicht gut gewesen, in ein Olympiarennen zu starten." Der Hang sei "nicht wirklich flach und auch nicht richtig steil". Man müsse Gasgeben, es müsse einen runtertreiben, sonst sei man nicht dabei. Dass das freie Hangfahren gestrichen wurde, ist alles andere als optimal. "Da bekäme man sehr viel Aussage, passt es, oder passt es nicht. Dann kannst immer noch reagieren. Und so siehst es halt erst bei der Besichtigung."

Die Chancen sind durchaus da, dass bei den dritten Winterspielen in Folge ein Matt eine Medaille gewinnt. "Der Andi hat die Silberne, der Mario die Goldene. Sicher wäre es schön, wenn auch ich eine gewinnen würde", sagte Michael. Die Brüder verfolgen Olympia von Zuhause aus mit. "Es ist niemand mit. Ich habe mir selbst mal anschauen müssen, wie das funktioniert bei Olympia. Das ist alles ein bisschen umständlicher. Da habe ich keinen Kopf dafür, irgendwas zu organisieren oder sonst was."

"Du musst einfach probieren das abzurufen, was du drauf hast"

Für das große Rennen ist er gerüstet: "Manche machen den Fehler, dass sie dann noch mehr und noch besser fahren wollen. Das geht dann nach hinten los. Du musst einfach, wobei einfach ist gut gesagt, probieren, das abzurufen, was du drauf hast. Mehr geht nicht." Kurz vor dem Rennen werde er möglicherweise etwas nervös werden, aber das Adrenalin würde zusätzlich pushen. "Anspannung gehört dazu, wenn du die nicht hast, bist zu falsch am Platz. Extra wach sein und parat sein."

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