Love Parade

Bericht enthüllt fatale Fehler

Immer mehr Infos deuten darauf hin: Die Planung der Love Parade war dilettantisch. Ein Bericht beweist: Die Raver hatten einfach keine Chance.

Die Opferzahl nach der Love Parade steigt noch immer an. Gestern verlor wieder eine junge Frau (25) aus Heiligenhaus bei Essen ihren Kampf gegen den Tod. Sie erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Insgesamt starben somit seit der Massen-Panik am Samstag 21 junge Menschen. Todesursache war bei allen eine schwere Brustquetschung.

Schuld am tödlichen Stau war ein Planungs-Fehler
Die Katastrophe hätte verhindert werden können – das wird immer deutlicher. Auch gestern gab es wieder Beweise dafür. Ralf Jäger, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, stellte einen brisanten Bericht vor. Darin wird Party-Veranstalter Rainer Schaller (Bild oben) verantwortlich gemacht: Der Stau an der Eingangs-Rampe, der letztlich zur tödlichen Massen-Panik führte, war hausgemacht – vom Veranstalter persönlich.

Im Bericht werden sechs tödliche Planungs-Fehler genannt:

  • l Love-Parade-Chef Schaller (41) ging – laut Bericht – davon aus, dass die Besucher sich sofort ins Innere des Areals bewegen werden. Doch genau das stellte sich als Irrtum dar: Die Raver blieben großteils nahe der Rampe stehen. Der Grund: Viel zu nah an der Rampe fuhren bereits die Lkw (Floats) mit DJs an Bord. Die Musik animierte zum Stehenbleiben. Außerdem gab es genau an dieser Stelle die ersten Stände mit Nahrungsmitteln und Bier. Ein Grund mehr für das Party-Volk zum Verweilen.
  • l Zudem wurden die Schleusen zu dem Festgelände um zwei Stunden zu spät geöffnet. Da nicht alle Schleusen mit Ordnern besetzt werden konnten, gingen überhaupt nur vier von zwölf Toren auf.
  • l Sogenannte „Pusher“, die die Leute zum Weitergehen auffordern sollten, fehlten völlig.
  • l Nächster folgenschwerer Fehler: Es gab nicht genug Security-Mitarbeiter. Der Veranstalter hat zwar angekündigt, eine ausreichende Menge anzustellen. Doch in Realität gab es diese nicht – so der Bericht von Innenminister Jäger, den er vor dem Landeskabinett in Düsseldorf präsentierte.
  • l Ein weiterer fataler Fehler wurde von Experten aufgezeigt: Am Weg ins Gelände gab es nach dem Tunnel keine weiteren Wegweiser. Die Fans sahen die Treppe, glaubten, dahinter sei das Festgelände und drängten alle in diese Richtung. Das erzeugte den tödlichen Druck.
  • l Die Polizei wurde im Vorfeld viel zu spät miteinbezogen. Dann hat sie die Veranstalter auf die möglichen tödlichen Fallen hingewiesen – immer wieder. Doch die Party-Profis wollten davon nichts hören, „wir haben da unsere Erfahrungen“, meinten sie wiederholt.



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