Feuer-Hölle

Crans-Montana-Überlebende fordern 61 Millionen Euro

Nach dem verheerenden Brand in der Bar „Le Constellation“ mit 41 Toten drohen der Schweizer Gemeinde immense Haftungskosten. Eine betroffene Familie fordert nun allein 56 Millionen Franken Entschädigung. Das sind rund 61 Millionen Euro. 

Das Flammeninferno in der Bar „Le Constellation“, das 41 Todesopfer und 115 Verletzte forderte, zieht nun massive juristische Konsequenzen nach sich. Wie der „Blick“ berichtet, könnten auf die Verantwortlichen und die Gemeinde Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe zukommen.

Im Zentrum steht dabei das Schicksal der Geschwister Fabienne (18) und Gilles I. (25), die das Unglück schwer verletzt überlebten.

Dramatische Szenen in der Brandnacht

Laut Ermittlungsberichten lösten Wunderkerzen an Champagnerflaschen das Feuer an der Decke aus. Fabienne bemerkte den Brand zuerst und schrie mehrfach: „Es brennt!“. Ihr Bruder Gilles schob sie unter der lodernden Decke zur Treppe, wo sie jedoch von einer „Feuerwalze“ überrollt wurde. Gilles gelang es im letzten Moment, seine schwer verletzte Schwester ins Erdgeschoss zu ziehen, wobei er selbst schwere Brandwunden am Nacken und an den Händen erlitt.

Crans-Montana Kellnerin
© X

Schwere körperliche und psychische Folgen

Die Folgen für die Geschwister sind verheerend. Gilles I. erlitt Verbrennungen an 30 Prozent seiner Haut, lag im Koma und ist heute auf ständige Reha angewiesen. Er könne nicht mehr arbeiten und leidet unter schweren Traumata. Fabienne musste mehrfach operiert werden und kämpft mit starken Ängsten. „Seitdem leide ich unter sehr präsenten Erinnerungen an diese Nacht“, zitiert sie der „Blick“. Ihr schulisches Abschlussjahr muss die 18-Jährige aufgrund der Ereignisse wiederholen.

Crans-Montana Moretti
© APA/AFP/MAXIME SCHMID

Forderungen in Millionenhöhe

Die Familie fordert insgesamt 56 Millionen Schweizer Franken (ca. 61 Millionen Euro). Davon entfallen jeweils 25 Millionen auf die beiden Geschwister, während Eltern und ein weiterer Bruder Entschädigungen für psychische Belastungen und berufliche Ausfälle geltend machen. Adressaten der Forderungen sind die Barbetreiber sowie der Gemeindepräsident und weitere Beamte, gegen die derzeit ermittelt wird.

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